Evenepoel verzichtet auf hölle des nordens: kluge entscheidung für tour de france?
Paris-Roubaix wird dieses Jahr ohne Remco Evenepoel über die Bühne gehen. Der belgische Superstar hat seinen Start bei der klassischen Radrennen abgesagt, um sich voll und ganz auf seine Ambitionen in der Tour de France zu konzentrieren. Eine Entscheidung, die von Experten wie Jens Voigt nun als richtiggewogen bewertet wird – auch wenn seine Form auf den Kopfsteinpflastern in Flandern beeindruckt hatte.
Fokus auf frankreich: evenepoels strategischer schachzug
Nach seinem dritten Platz bei der Flandern-Rundfahrt, einem Rennen, in dem er beeindruckend über die Pflaster zeigte, hätte man ihn in Roubaix erwarten können. Doch Red Bull-Bora-hansgrohe, sein Team, verfolgt einen klaren Plan: den Gewinn der Tour de France. Die zahlreichen, anstrengenden Rennen der Saison, darunter Valencia, die UAE Tour und die Katalonien-Rundfahrt, haben ihren Tribut gefordert. Eine weitere Belastungsprobe wie Paris-Roubaix wäre kontraproduktiv für seine Ziele.
“Remco war sehr, sehr stark in Flandern”, so Voigt im Gespräch mit Eurosport. “Eine Teilnahme bei Paris-Roubaix hätte gepasst, die Form ist auf jeden Fall da. Aber Red Bull hat einen Plan, und der sieht den Gewinn der Tour de France vor.” Diese Aussage unterstreicht die strategische Bedeutung, die Evenepoel und sein Team dem französischen Grand Tour beimessen. Es ist ein kalkuliertes Risiko, auf das Monument zu verzichten, aber die Aussicht auf den Gelben Trikot könnte die Entscheidung rechtfertigen.

Pogacar als ausnahme: kann man tour und roubaix vereinen?
Die Entscheidung von Evenepoel ist in der Tat ungewöhnlich. Nur Tadej Pogacar, ein wahrer Ausnahmesportler, hat in der jüngeren Vergangenheit sowohl in Paris-Roubaix als auch bei der Tour de France um den Sieg gekämpft. Bernard Hinault, ein legendärer Name im Radsport, gelang es als letzter Fahrer, beide Rennen in derselben Saison zu dominieren. Voigt betonte: “Große Ambitionen bei Roubaix und Tour de France gehen eigentlich nicht zusammen. Pogacar ist dabei die einzige Ausnahme, die die Regel bestätigt.”
Evenepoel selbst zeigte sich nach seinem Auftritt in Flandern zufrieden. “Mehr oder weniger perfekt”, kommentierte er sein Ergebnis. Die Konzentration liegt nun klar auf den Ardennenklassikern, insbesondere auf Lüttich-Bastogne-Lüttich, wo er bereits 2022 und 2023 triumphierte. Ein erneuter Sieg dort wäre ein starkes Signal an die Konkurrenz.
Die Jagd nach Monumenten kann also warten. Für Remco Evenepoel zählt im Moment nur eines: Die Tour de France zu erobern. Und dafür muss er seine Kräfte klug einsetzen – auch wenn das bedeutet, auf die “Hölle des Nordens” zu verzichten.
