Ev zug holt sich wingerli zurück – und muss trotzdem bangen
Die Playoffs beginnen, und EV Zug kann endlich wieder Andreas Wingerli aufs Eis schicken. Der Schwede feierte am Freitag sein Comeback nach fünfwöchiger Zwangspause – ein Lichtblick, aber kein Grund zum Durchatmen.
Die lücke bleibt trotz wingerli offen
Wingerli lieferte in der Regular Season 45 Mal auf, schoss elf Tore und legte 13 weitere auf. Das reicht für eine solide Bilanz, rettet aber niemanden, wenn die Defense klafft. Und genau das ist das Problem: Dominik Schlumpf, Lino Martschini und Nic Balestra sitzen weiter in der Kabine, die Play-In-Geisterspiele haben Spuren hinterlassen.
Trainer Dan Tangnes muss also weiter improvisieren. Er wird seine Top-6 umbauen, die dritte Reihe neu mischen und auf Powerplay-Formationen verzichten, die sonst Selbstverständlichkeit waren. Die Frage ist nicht, ob Wingerli mitspielt, sondern wie viele Minuten er verkraftet, nachdem er seit Wochen nur Laufrunden gedreht hat.

Die gegner wittern ihre chance
Die Liga hat die Krise der Zuger längst katalogisiert: Kaum ein Gegner verliert in dieser Saison so oft nach Führung wie EV Zug. Die Statistik ist grausam: 18 Gegentore in den letzten zehn Minuten der dritten Drittel. Wenn Schlumpf und Co. fehlen, bröckelt die Boxplay-Quote auf 72 Prozent – ein Offenbarungseid in der heißen Phase.
Wingerli selbst spielt die Ruhe vor. „Ich bin froh, wieder dabei zu sein“, sagte er nach dem ersten Vollkontakt-Training. „Aber wir wissen alle, dass wir als Team liefern müssen.“ Kein Pathos, keine großen Worte – schließlich weiß jeder in der Halle: Ein einzelner Rückkehrer rettet keine Serie.
Die nächsten Tage entscheiden, ob EV Zug seine Playoff-Traumreise fortsetzt oder ob die Verletztenliste zum Stolperstein wird. Die Uhr tickt. Die Gegner pfeifen auf Wingerlis Comeback – sie warten auf die zweite Welle der Ausfälle.
