Europameister vogel: vom dorfkind zum globalen jetsetter?
Richard Vogel, der Mann, der Deutschland beim Springreiten zu Gold führte, verbringt immer mehr Zeit in der Luft. Während seine Wurzeln tief im beschaulichen Binzwangen liegen, jagt er aktuell die besten Preisgelder der Welt – und das bedeutet: tausende Flugkilometer im Jahr.
Die rechnung geht auf: wirtschaftlicher druck zwingt zu reisen
Es ist ein paradoxes Bild: Der Europameister, der sich selbst nicht als „Jetsetter“ bezeichnet, reist von Turnier zu Turnier, oft über Kontinente hinweg. Der Grund? Die harte Realität des Profisports. „Wir haben viele Pferde, einen großen Betrieb mit vielen Angestellten – und die wollen jeden Monat ihr Gehalt kriegen“, erklärt Vogel im Gespräch mit dem SWR. Die hohen Preisgelder in den USA und im arabischen Raum machen es schlichtweg notwendig, international anzutreten. Dennis Peiler, Vorstandsvorsitzender von Pferdesport Deutschland, bestätigt diesen Trend: „Wir müssen daran arbeiten, ausreichend deutsche Wirtschaftskraft zu aktivieren, um wieder mehr internationalen Turniersport auch in Deutschland stattfinden zu lassen.“

Mehr als nur reiten: vogel setzt sich für den amateursport ein
Während die Top-Reiter um die großen Preisgelder kämpfen, vergisst Richard Vogel seine Wurzeln nicht. Er unterstützt den Amateursport, indem er beispielsweise Ehrenpreise stiftet oder kleinere Geldpreise übernimmt. „Wir als Profireiter müssen immer wieder gucken, wie wir den Amateursport fördern können“, betont er. Ein kleiner Sprung, ein bisschen Unterstützung – das kann oft schon viel bewirken.

Die zukunft des deutschen turniersports: eine frage der unterstützung
Die Herausforderungen für den deutschen Turniersport sind vielfältig: steigende Kosten, zurückziehende Sponsoren und ein Mangel an Ehrenamtlichen. Doch Vogel blickt optimistisch in die Zukunft. „Immer wieder sehen wir tolle junge Talente nachkommen“, sagt er. Und er ist überzeugt: Mit vereinten Kräften kann der deutsche Turniersport seine Position im internationalen Raum behaupten. Die Frage ist nicht, ob, sondern wie.
