Euroliga-ausgleich: griechenland zahlt teuer für finanzielle ausschweifungen

Die Euroliga hat in ihrer ersten Saison mit neuen Wettbewerbsstandards – einem Lohnlimit ähnlich der NBA – eine unerwartete Rechnung präsentiert. Zwei griechische Klubs, der Efes und Hapoel Tel Aviv, haben die Grenzen der finanziellen Möglichkeiten am deutlichsten überschritten, was zu erheblichen Ausgleichszahlungen für die Konkurrenz geführt hat.

Panathinaikos als größter ausgleichsempfänger

Panathinaikos als größter ausgleichsempfänger

Nachdem der Transfermarkt am 25. Februar geschlossen wurde, ergab eine detaillierte Analyse, dass Panathinaikos mit über drei Millionen Euro den größten Ausgleich erhalten wird. Anadolu Efes muss sich mit knapp über einer Million Euro begnügen, während Hapoel Tel Aviv rund eine Million Euro zahlen muss. Olympiakos wird mit etwa 300.000 Euro ebenfalls zur Kasse gebeten. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die griechischen Klubs haben in diesem Jahr kräftig in ihre Kader investiert, was nun finanzielle Konsequenzen hat.

Als Übergangslösung sind die Ausgleichszahlungen für die Saisons 2025-26 und 2026-27 auf maximal 10% der gesamten Spielergehälter begrenzt. Ein Detail, das die europäischen Spitzenklubs, darunter auch die drei spanischen Vertreter in der Euroliga, vor eine Herausforderung stellt. Diese Klubs, die regelmäßig mit enormen Budgets operieren, scheuen offensichtlich keine hohen Ausgaben, um ihre Mannschaften zu verstärken, auch wenn dies mit finanziellen Strafen verbunden ist.

Selbst der Real Madrid, dessen Budget in der laufenden Saison immer wieder Gegenstand von Diskussionen war, hat diese Grenzen nicht überschritten und liegt damit einen Schritt hinter den auffälligsten Verstoßern. Die Gesamtvergütung für das Überschreiten des Basisgehalts von 5.438.684 Euro wird gleichmäßig auf die 15 Klubs verteilt, die die festgelegten Standards eingehalten haben. Das bedeutet eine Auszahlung von 362.579 Euro pro Verein.

Interessant ist, dass ASVEL Villeurbanne, das möglicherweise in Richtung FIBA tendiert, leer ausgehen wird. Dies liegt nicht nur daran, dass der Verein das niedrige Gehaltsniveau nicht erreicht hat, sondern auch an ausstehenden Zahlungen während der Saison und der verspäteten Vorlage erforderlicher Dokumente. Die Situation verdeutlicht die Diskrepanzen innerhalb der Euroliga und die Herausforderungen, die mit der Einführung neuer Wettbewerbsstandards einhergehen.

Die neuen Regeln sollen langfristig für mehr Ausgeglichenheit sorgen, doch die erste Saison hat gezeigt, dass die Einhaltung der finanziellen Vorgaben noch ein weiter Weg ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird und ob die Euroliga tatsächlich einen nachhaltigen Wandel hin zu einer gerechteren Verteilung der finanziellen Mittel erreichen kann. Die Zahlen dieser Saison liefern jedoch bereits jetzt ein klares Bild: Wer zu viel ausgibt, muss eben zahlen – und das kann für einige Klubs schmerzhaft sein.