Euroleague-krimi: fener stolpert, zalgiris fliegt – playoffs noch offen wie nie
Die 34. Spieltag wirbelt die Tabelle erneut durcheinander. Fenerbahce verliert zum fünften Mal in sieben Partien, Zalgiris Kaunas schießt sich mit einem spektakulären Sweep auf Playoff-Kurs – und kein einziges Ticket für das Viertelfinale ist sicher.
Scariolos real madrid schnuppert an der spitze
Der spanische Rekordmeister nutzte die Schwächephase der Türken und verkürzte nach dem 89:73 gegen Hapoel Tel Aviv auf einen Sieg Rückstand auf Fener. Sergio Scariolo kann wieder von Platz eins träumen, doch dafür muss sein Team am 35. Spieltag in München gewinnen – und auf weitere Patzer der Istanbuler hoffen.
Die Patzerquote steigt. Fenerbahce kassierte in der Rückrunde bereits fünf Niederlagen, die Rotationszeit von Saras Jasikevicius wirkt plötzlich angespannt. Shane Larkin schwächelt, Nigel Hayes-Davis fehlt mit Rückenproblemen – und die Gegner riechen Blut.

Zalgiris liefert das highlight der woche
Kaunas ohne Langston Hall, dafür mit einem 17-Jährigen am Ball: Ąžuolas Tubelis traf fünf Dreier, sammelte 24 Punkte und katapultierte die Litauer mit einem 98:91-Sieg bei Baskonia auf Rang sieben. Die Defense um Josh Nebo erlaubt seit drei Spielen nur 78 Punkte im Schnitt – ein Wert, der selbst die Top-Four-Teams alt aussehen lässt.
Die Israeler fallen dagegen in den freien Fall. Hapoel Tel Aviv kassierte in Spanien zwei Klappen, unterliegt seit fünf Partien nur noch – und rutscht auf Platz 13 ab. Die einstige Überraschungsmannschaft um J’Covan Brown verliert die Nerven, wenn die Defense früh zupackt. 37 Ballverluste in zwei Tagen sind kein Zufall, sondern ein Systemwarnschuss.

Die italiener zittern im mittelfeld
Mailand und Bologna trennen nur ein Sieg. Die Olimpia gewann zwar gegen ALBA Berlin, doch das 78:77 war so eng wie die Haarspitze von Kyle Hines. Virtus Segafredo dagegen verpasste gegen Olympiacos den Sprung nach vorn, weil Miloš Teodosić in letzter Sekunde den offenen Dreier an der Seitenline setzte – statt ins Netz.
Das Rennen um die Play-in-Plätze gleicht einem Sechserpack im Lotto: Sechs Teams trennen zwei Siege, vier Tickets bleiben offen. Das Programm der letzten vier Spieltage verrät: Wer in München, Kaunas oder Berlin gewinnt, darf weiter träumen. Wer in Istanbul oder Tel Aviv verliert, kann schon mal den Koffer packen.
Die EuroLeague bleibt ein Thriller ohne Happy End-Garantie. Noch vier Spieltage, noch 32 Partien – und kein K.O. ist gezählt. Die Tabelle lügt nicht, aber sie trägt auch keine Vorschau. In dieser Saison zählt nur der nächste Sprungball.
