Euroleague-deal im stau: verkaufsgespräche mit oaktree stocken
München – Die Gerüchte um eine Beteiligung des Investors Oaktree an der EuroLeague-Spitze Olimpia Milano halten sich hartnäckig, doch konkrete Fortschritte sind derzeit nicht erkennbar. Leo Dell’Orco, Präsident von Olimpia und des Armani-Konzerns, dämpfte am Dienstag die Erwartungen deutlich: „Es gibt nichts Konkretes. Im Moment sind es nur Worte.“
Nba-ambitionen als hintergrund
Die mögliche Kapitalzuführung durch Oaktree, die bereits im Besitz der Inter Mailand ist, steht im Kontext der wachsenden NBA-Ambitionen in Europa. Die nordamerikanische Liga plant entweder die Gründung einer eigenen Liga oder eine Partnerschaft mit der bestehenden EuroLeague. Olimpia Milano hatte bereits ein Angebot eingereicht, nachdem die Interessensbekundungen am 31. März endeten. Dell’Orco betonte jedoch, dass der Fokus weiterhin auf der EuroLeague liege, mit der Milano bis 2036 fest verbunden ist.
Ein Minderheitsanteil im Gespräch Berichten zufolge könnte Oaktree einen Minderheitsanteil von 30 bis 35 Prozent an Olimpia erwerben. Ziel des Fonds sei es, in den europäischen Basketballmarkt einzusteigen, der durch die NBA-Pläne als besonders wachstumsstark gilt. Die Konkurrenz schläft nicht: Auch RedBird, der Eigentümer des AC Milan, zeigt weiterhin Interesse an Olimpia. Da es bisher keine Einigung mit Olimpia gibt, sucht RedBird in Varese nach einer Möglichkeit, die erforderliche Sportlizenz zu erhalten, um auch am nationalen Wettbewerb teilnehmen zu können.

Skeptizismus gegenüber dem nba-modell
Die NBA-Pläne stoßen jedoch auf zunehmenden Widerstand. Laut Bloomberg und Marca zögern einige Top-Fußballklubs, sich am NBA-Modell zu beteiligen, da sie befürchten, ohne die Unterstützung ihrer eigenen Fangemeinden nicht erfolgreich sein zu können. Ein entscheidender Faktor wird auch die Verhandlung mit der Fiba sein, die am 28. April erwartet wird.
Die Situation könnte Olimpia stärken, da der Verein bereits einen festen Platz in der EuroLeague hat. Es bleibt abzuwarten, ob RedBird und die NBA einen alternativen Weg finden, um in den europäischen Basketballmarkt einzusteigen. Eine mögliche Lösung könnte die Vergabe des Baus einer neuen Arena in San Donato an Cardinale sein, der bereits mit Oaktree bei San Siro zusammenarbeitet – auch wenn die Arena dann nicht von einem seiner Teams genutzt würde.
Die Verhandlungen sind in einer entscheidenden Phase, und es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Zukunft des europäischen Basketballs gestaltet.
