Rwe-stadion: millionen-überschlag – fans jubeln, kritiker toben!
Essen – Der Bau des neuen RWE-Stadions an der Hafenstraße wird teurer. Der Stadtrat hat am Mittwoch eine Nachjustierung der Kosten in Höhe von 6,8 Millionen Euro beschlossen, was die Gesamtkosten auf fast 34 Millionen Euro treibt. Ein Paukenschlag für die Anhänger von Rot-Weiss Essen, aber auch ein Dorn im Auge für die Opposition.

Mehr platz, mehr kosten, mehr streit
Die Erweiterung des Stadions, die letztlich rund 6.000 zusätzliche Fans aufnehmen soll, ist für viele ein notwendiger Schritt, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Doch die Preissteigerungen bei Baumaterialien wie Stahl und Zement haben die Kalkulation durcheinandergebracht. Die Stadtverwaltung argumentiert, dass diese unvorhergesehenen Kosten berücksichtigt werden mussten, um das Projekt überhaupt realisieren zu können. „Wir haben alles unternommen, um die Kosten im Rahmen zu halten, aber die Marktlage zwingt uns zu dieser Entscheidung“, so ein Sprecher der Stadt.
Der geplante Ausbau umfasst neben der Schließung der vier Stadionecken auch zusätzliche Fahrradstellplätze und ein neues Catering-Konzept. Der Verein selbst hält sich mit Details noch zurück, plant aber, die Details am Donnerstagmittag gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Kufen bekannt zu geben. Das Ziel ist klar: Ein modernes Stadion, das den Ansprüchen des ambitionierten Drittligisten gerecht wird und die Fans begeistern kann.
Aber: Hinter den Kulissen brodelt es. Die Opposition, insbesondere die Grünen, die Linke und Volt, üben scharfe Kritik. Stephan Neumann, Sprecher der Grünen-Fraktion, sieht in den steigenden Kosten einen „Fass ohne Boden“. „Wenn dann noch die Pachtzahlungen so gering ausfallen, dass die Stadt jährlich Millionen zuschießen muss, um die Betriebskosten zu decken – das ist nicht tragbar“, so Neumann. Die Grünen fordern eine klare vertragliche Zusage des Vereins, bei einem Aufstieg in die 2. Bundesliga eine Pacht zu zahlen, die die Betriebskosten vollständig deckt. Die genaue Höhe der aktuellen Pacht ist noch unklar.
Die sportlichen Ambitionen von Rot-Weiss Essen sind dabei nicht zu unterschätzen. Der Verein verpasste den Aufstieg in die 2. Bundesliga knapp und will es erneut versuchen. Aus diesem Grund hat der Stadtrat zusätzlich zehn Millionen Euro Rücklage beschlossen, um bei weiteren Preissteigerungen flexibel reagieren zu können. Ob diese Maßnahme ausreicht, um das Projekt langfristig erfolgreich zu gestalten, bleibt abzuwarten.
Der Baubeginn verzögert sich weiter. Trotz bereits gestelltem Bauantrag zu Beginn des Jahres liegt noch keine Baugenehmigung vor, und der Rat muss nochmals über den konkreten Ausbau abstimmen. Der frühestmögliche Baustart ist nun im Herbst geplant, die Fertigstellung zwei Jahre später.
