Lobinger-poker: kann duisburgs aufstieg von viktoria abhängen?

Duisburg steht vor dem finalen Test im Aufstiegskampf – und die Personalie Lex-Tyger Lobinger wirft einen pikanten Schatten auf die Partie. Der MSV könnte bei einem Aufstiegnicht nur die sportliche Genugtuung feiern, sondern Viktoria Köln auch finanziell ordentlich entlasten. Ein Deal aus der Winterpause könnte den Zebras zum Aufstieg verhelfen, während die Viktoria gleichzeitig profitieren würde.

Der wintertransfer, der mehr bewegt als tore

Der wintertransfer, der mehr bewegt als tore

Lobinger, ein gebürtiger Kölner, wechselte im Januar von Viktoria Köln an den Wedauplatz. Seine Leistungen im rechtsrheinischen Köln waren beeindruckend: neun Tore in der Hinrunde demonstrierten sein Torinstinkt und seine Physis. Der Stürmer war begehrt, auch Rot-Weiss Essen zeigte Interesse. Doch Lobinger entschied sich für Duisburg – eine Entscheidung, die sich für den MSV als äußerst glücklich erwiesen hat.

Acht Treffer erzielte er seit seinem Wechsel im Zebra-Trikot. Lobinger ist ein wichtiger Baustein im MSV-Puzzle, das den Verein in eine exzellente Position vor dem letzten Spieltag gebracht hat. Punktgleich mit Essen steht Duisburg aufgrund der besseren Tordifferenz auf dem begehrten dritten Tabellenplatz, der zu Relegationsspielen um den Aufstieg berechtigt. Sogar der direkte Aufstieg ist noch möglich, sollte Energie Cottbus in Regensburg patzen.

Doch der Deal mit Viktoria Köln birgt eine delikate Komponente: Laut Informationen des „Reviersport“ hat Viktoria Köln bei Lobingers Transfer eine Klausel ausgehandelt, die dem Verein im Falle eines Aufstiegs des MSV eine beträchtliche Summe einbringt. 75.000 Euro flossen bereits im Winter, und bei einem Aufstieg stehen weitere 75.000 Euro auf dem Konto der Viktoria.

Die Frage, die nun im Raum steht: Wird Viktoria Köln in Duisburg einen Schongang einlegen, um den finanziellen Bonus nicht selbst zu gefährden? Sportvorstand Franz Wunderlich wies diese Spekulationen energisch zurück: „Mit solchen Gerüchten komme ich nicht weiter. Wir wissen, was uns in Duisburg erwartet, und werden alles in den Kampf werfen.“

Die Situation ist für Wunderlich zwar nicht ideal, doch er relativiert: „Solche Klauseln sind heutzutage bei Transfers dieser Art nicht ungewöhnlich. Wir konzentrieren uns auf uns selbst und wollen am Samstag drei Punkte holen.“

Die Spannung vor dem letzten Spieltag ist kaum zu überbieten. Der MSV Duisburg kämpft um den Aufstieg, Viktoria Köln um den finanziellen Bonus. Ein Duell, das mehr als nur drei Punkte bedeutet.

Die Lausitzer müssen in Regensburg scheitern, damit der MSV die Chance auf den direkten Aufstieg nutzen kann. Die Uhr tickt, die Nerven liegen blank – der Fußball schreibt seine eigenen Geschichten.