Espanyol: von europa in die abstiegssorgen – ein déjà-vu?

Ein Höhenflug, der jäh endete: Der FC Espanyol steht vor einem Abgrund. Nach einem vielversprechenden Hinrundenstart und der knappen Rettung in der Vorsaison droht der schnelle Fall in die Abstiegskampfzone. Die einst so rosigen Aussichten auf ein Europa-Abenteuer schwinden zusehends.

Die verlorene euphorie: was ist aus dem rekordlauf geworden?

Die verlorene euphorie: was ist aus dem rekordlauf geworden?

Es begann so vielversprechend. Nach einem dramatischen Sieg gegen Atlético Madrid im letzten Saisonspiel der Vorsaison schien der FC Espanyol unter Trainer Manolo González auf einem Aufstiegskurs zu sein. Fünf aufeinanderfolgende Siege gegen Sevilla, Celta, Rayo Vallecano, Getafe und Athletic Club katapultierten das Team in eine Position, die seit langer Zeit nicht mehr erreicht worden war. Die Mannschaft schwebte förmlich auf einer Wolke, belegte mit 33 Punkten nach 18 Spieltagen den fünften Platz – ein Wert, der seit der Saison 07/08 in Cornellá nicht mehr zu sehen war. Die Erinnerung an den Rekordlauf zwischen April und November 1952 schien plötzlich wieder lebendig.

Doch die Freude währte nicht lange. Der Derbysieg gegen den FC Barcelona war zwar ein Erfolg, markierte aber den Beginn eines beunruhigenden Negativtrends. Seitdem ist es dem Espanyol nicht mehr gelungen, ein Spiel zu gewinnen. Zwölf Partien gingen ohne Sieg verloren – die schlechteste Serie der laufenden LaLiga-Saison. Der Sprung von Platz fünf auf Platz elf ist alarmierend. Die Mannschaft präsentiert sich als das schwächste Team der Liga in diesem Saisonabschnitt, lediglich vier Punkte wurden aus elf Spielen geholt.

Die Lage erinnert unheimlich an die Saison 1988/89, als der Espanyol ebenfalls eine lange Durststrecke von 19 Spielen ohne Sieg erlebte. Während der Abstand zum rettenden Ufer derzeit noch bei neun Punkten liegt, ist die Nähe zum Abstiegskampf deutlich spürbar. Die Konzentration liegt nun nicht mehr auf Europa, sondern auf dem Verbleib in der Liga.

Ein Blick auf die Tabelle zeigt: Mit nur noch neun verbleibenden Spielen muss der FC Espanyol dringend die Reißleine ziehen. Ein Sieg gegen Betis diese Woche ist kein Luxus mehr, sondern eine Notwendigkeit, um nicht in einen Abstiegskampf verwickelt zu werden, der auf dem Papier nicht hätte stattfinden dürfen. Es ist ein Déjà-vu, der dem Verein eine schmerzhafte Lektion erteilt. Die Frage ist, ob die Spieler aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und die Kurve noch bekommen.