Espanyol trainiert mit barcelona im visier: lozano schickt kampfansage ins camp nou
Mitten im Sant-Adrià-Nebel standen sie heute Morgen auf dem Trainingsrasen von Dani Jarque – und hatten nur ein Datum im Kopf: Samstag, 13. April, 21.00 Uhr, Camp Nou. Der FC Espanyol bereitet sich auf den 182. Stadtderby vor, und niemand will mehr bloß tapfer unterliegen.
Lozano spricht aus, was die dressing-room-mauer flüstert
Pol Lozano, seit der Jugend Blanquiazul, trat nach der Einheit vor die Mikros. Keine Standard-Phrasen, keine Notizblock-Floskeln. „Wir waren in den letzten beiden Auflagen so nah dran, dass es weh tut“, sagte der Mittelfeld-Antreiber. „Diesmal wollen wir den Schmerz umdrehen.“ Die Worte klangen nicht nach Hoffen, sondern nach Plan.
Die Zahlen sprechen für ihn: In den letzten zwei Pflicht-Derbis entschied jeweils ein einziges Detail über Sieg oder Niederlage. Beim 1:1 im Dezember 2022 traf Joselu erst in der 73. Minute, beim 2:1 vor Jahresfrist war es ein umstrittener VAR-Handelfmeter. Kleine Brände, großer Rauch – und Espanyol stand am Ende ohne Punkte da.

Barcelolas rotation zählt nicht als geschenk
Xavi rotiert wegen des Champions-League-Viertelfinales – genau das hatte Lozano angesprochen. „Wenn sie lieber an Paris denken, umso besser. Aber glauben wir daran, haben wir schon verloren.“ Seine Stimme wurde rauer. „Die Qualität ist brutal, egal ob Ter Stegen oder Iñaki Peña, egal ob Lewandowski oder Roque.“
Die Lösung nennt Lozano „Null-Punkt-Philosophie“. Erst den Kasten sauber halten, dann erst an Offensive denken. Gegen Betis klappte das letzten Freitag: 0:0, zweiter Saisonsieg in Sachen weiße Weste. „Wir haben wieder diese kompakte 5-4-1-Formation gefunden, in der sich kein Mitspieler mehr versteckt.“

Derby-sieg wäre ein befreiungsschlag mit nachhall
Mehr als drei Monate wartet Espanyol auf einen Dreier – seit dem 2:1 gegen Celta Ende Dezember. Die Abstiegszone ist nur zwei Punkte entfernt. „Wenn wir Samstag gewinnen, glaube ich nicht an Wunder, ich erwarte sie“, sagt Lozano. „Der Klub, die Fans, wir selbst: Alle brauchen diese eine Nacht, die alles andere möglich macht.“
Kick-off rückt näher. Die Stadt atmet schon jetzt anders. Und in der Kabine von Manolo González steht ein Satz an der Tafel, handschriftlich unterstrichen: „Erst kampfen, dann jubeln.“ Kein Slogan, sondern Arbeitsauftrag. Lozano unterschrieb mit seinem Interview – und mit jedem Lauf, den er heute in der Morgensonne noch vorlegte.
