Eschborn-frankfurt 2026: mcnulty, pidcock und die deutschen träume
Die Vorfreude auf das Radrennen Eschborn-Frankfurt am 1. Mai 2026 ist groß – und die Starterliste verspricht ein hochkarätiges Feld. Der hr-Sport hat die größten Stars und Favoriten unter die Lupe genommen und den ARD-Radsportexperten Florian Naß nach seinen Einschätzungen gefragt. Kann ein deutscher Fahrer überraschen oder geht der Sieg an einen internationalen Topstar?
Brandon mcnulty: der zeitfahrspezialist im fokus
Brandon McNulty zählt zu den Top-Favoriten, obwohl er in dieser Saison noch keinen großen Sieg einfahren konnte. Seine Stärke liegt im Zeitfahren, und die flache Zielankunft in Frankfurt könnte ihm zugutekommen. Mit seinem Team UAE verfügt er zudem über eine starke Unterstützung. Der US-Amerikaner ist ein Mann für die Fluchtgruppe – und ein ernstzunehmender Anwärter auf den Sieg.

Tom pidcock: ein echtes ausrufezeichen
Kurzfristig hat sich ein echter Topmann auf der Starterliste eingeschrieben: Tom Pidcock. Der Brite ist bekannt für seine Vielseitigkeit und seine enormen Qualitäten, insbesondere bei kurzen und steilen Anstiegen. Sein Start ist ein deutliches Signal an die Konkurrenz und macht das Rennen noch spannender.
Florian Naß erklärt: „Mit seinen Qualitäten im Zeitfahren ist McNulty prädestiniert dafür, solch ein Rennen nach Hause zu fahren. Dass Pidcock teilnimmt, ist ein echtes Ausrufezeichen. Ihn sollte man auf jeden Fall weit oder sogar ganz vorne erwarten können.“

Spanische herausforderer und erfahrene routiniers
Auch die spanischen Radprofis Jon Izaguirre, Pelle Bilbao und Alex Aranburu zählen zu den Siegkandidaten. Izaguirre präsentierte sich kürzlich mit einem Sieg bei Gran Premio Miguel Indurain in Topform. Dazu gesellen sich Julian Alaphilippe und Michael Matthews, zwei erfahrene Fahrer mit zahlreichen Erfolgen. Matthews hatte im Vorjahr bereits gezeigt, was in ihm steckt, als er sich im Sprint-Finale durchsetzte.
Naß fügt hinzu: „Vor allem Izaguirre hat mich mit seinem Sieg bei Gran Premio Miguel Indurain überzeugt, dass auch jetzt mit ihm zu rechnen ist. Er kann ganz vorne landen.“

Deutsche hoffnungen und eine überraschung
Bei einem Heimrennen dürfen natürlich auch deutsche Fahrer nicht fehlen. Lennard Kämna und Nico Denz sind gewiss Leute, die in Frankfurt weit vorne im Peloton zu finden sein werden. Auch Nils Politt könnte eine Rolle spielen, allerdings wird er wohl eher als Helfer eingeplant. Während die Experten die deutschen Chancen nicht hoch taxieren, könnte der erfahrene John Degenkolb, oder ein dunkler Pferd wie Tobias Lund Andresen, mit etwas Glück und einer starken Leistung für eine Überraschung sorgen.
Naß meint dazu: „Zu den absoluten Topfavoriten zähle ich die Deutschen nicht, aber natürlich können Leute wie Kämna, Denz oder Schachmann an guten Tagen etwas reißen. Gerade auf Kämna bin ich gespannt.“
Der letzte deutsche Frankfurt-Sieger, Sprinter Pascal Ackermann (2019), wird wohl ebenso wenig wie die Hessen John Degenkolb und Jonas Rutsch etwas mit dem Sieg zu tun haben. Doch Degenkolb glaubt fest daran, dass Tobias Lund Andresen, einst sein Teamkollege, das Potenzial für einen Tagessieg besitzt. Die Spannung steigt, der Startschuss naht!
