England: kane rettet den ruf – reicht’s gegen kongo?
Atlanta – Die Stimmung im englischen Lager ist gedämpft. Nach dem mühseligen 2:0-Sieg gegen Panama, der den Gruppensieg sicherte, herrscht Skepsis, ob die Three Lions wirklich bereit sind für die K.o.-Runde der WM. Thomas Tuchel, der Teammanager, versuchte, die Nerven zu beruhigen, doch die Kritik aus der Heimat lässt nicht locker.
Die sonne brennt – und die nerven blank
Die ‘Sun’ schoss quer durch den Raum: „Eine weitere eindimensionale England-Show!“. Der ‘Guardian’ war kurz und knapp: „So wie sie spielen, werden sie die WM nicht gewinnen.“ Diese Einschätzungen treffen den Nagel auf den Kopf. Nach dem glanzvollen Auftakt gegen Kroatien (4:2) wirkten die folgenden Spiele – insbesondere gegen Ghana und Panama – erschreckend ähnlich: wenig Kreativität, wenig Zug zum Tor. Das Team scheint auf Harry Kane angewiesen zu sein, und genau hier liegt das Problem: Was, wenn er nicht trifft?
Tuchel erkannte die Schwächen und gab in der Halbzeitpause entscheidende Impulse. „Kompliment an den Trainer“, lobte Jude Bellingham, der ebenfalls mit einem Treffer zum Sieg beitrug. Kane, nun alleiniger WM-Rekordtorschütze Englands, scheint der einzige Spieler zu sein, auf den man sich wirklich verlassen kann. „Für mich ist er der beste englische Spieler aller Zeiten“, schwärmte Bellingham. „Man zweifelt keine Sekunde daran, dass er den Unterschied machen wird.“
Der Stürmer selbst wirkt gelassen. „75 Prozent waren wirklich gut, aber da sind sicher noch 25 Prozent Luft nach oben“, räumte Kane ein. Er forderte seine Mannschaft auf, „durchzuatmen und die Qualifikation für die nächste Runde zu genießen.“ Ein Aufruf, der mehr als nur ein Klischee ist – er ist ein Appell an die Nerven der gesamten Mannschaft. Die Demokratische Republik Kongo am Mittwoch in Atlanta wird eine echte Standortbestimmung.
Die Wahrheit liegt im Detail: Es geht nicht nur darum, zu gewinnen, sondern wie. England muss mehr Variabilität in sein Spiel bringen, mehr Kreativität im Mittelfeld und mehr Entschlossenheit in der Defensive. Die bisherigen Leistungen lassen vermuten, dass Tuchel noch einige harte Arbeit vor sich hat. Die Hoffnung ruht auf Kane, aber er kann nicht alles alleine entscheiden. Die anderen Spieler müssen sich an seine Seite stellen und ihren Beitrag leisten. Nur so können die Three Lions wirklich in der K.o.-Runde mithalten.
Die Spieler scheinen es verstanden zu haben. Nach dem hart erkämpften Sieg gegen Panama wurde gefeiert, aber auch die Notwendigkeit zur Verbesserung erkannt. Tuchel hat seine Spieler dazu ermutigt, „diesen Moment zu genießen und zu feiern“, aber auch daran erinnert, dass das Turnier erst jetzt richtig beginnt.

Kann kane die last tragen?
Die kommenden Spiele werden zeigen, ob England tatsächlich zu einer Spitzenmannschaft geworden ist, wie Tuchel es behauptet. Die Fans auf der Insel sind skeptisch, aber sie hoffen insgeheim auf eine Überraschung. Die WM ist noch lang, und alles kann passieren. Aber eines ist klar: England muss sich dringend steigern, wenn es wirklich eine Chance auf den Titel haben will.
