Energie cottbus droht der nächste kollaps im aufstiegsrennen

Kurz vor dem Saisonfinale zittert der frühere Herbstmeister. Energie Cottbus holte aus den letzten acht Partien nur zwei Siege und rutschte auf Platz fünf ab. Die Angst vor einem erneuten Lehrstück über verpasste Chancen wächst.

Die tore sind aus, der ruf bleibt

Erik Engelhardt und Tolcay Cigerci, das gefährlichste Sturmduo der 3. Liga, schossen sich bislang auf 29 Treffer. Doch seit dem Jahreswechsel fielen nur noch drei Tore. Trainer Claus-Dieter Wollitz spricht von „angezogener Handbremse“ und fordert „befreites Spiel im letzten Drittel“. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Ohne Tore gibt es kein Aufsteigen.

Die restlichen acht Gegner lesen sich wie ein Gruselprogramm. Mit 1860 München, Osnabrück, Essen und Duisburg warten vier direkte Konkurrenten. Die Punkte liegen nicht mehr im Training, sondern im Kopf. Die Mannschaft verliert Bälle im Aufbau, verpasst Lücken in der Vorwärtsbewegung und wirkt, als würde das eigene Tempo sie überholen.

Die relegation klopft schon an

Die relegation klopft schon an

Sollte der direkte Aufstieg scheitern, wartet am 22. Mai das erste Relegationsspiel gegen den Sechzehnten der 2. Bundesliga. Wer das sein wird, ist offen – der Keller der Zweiten ist so eng wie ein Fahrradschloss. Für Cottbus heißt es also: Erst die eigene Hausaufgabe erledigen, dann den Gegner studieren.

Die Länderspielpause bietet 14 Tage ohne Pflichtspiel. Genug Zeit, um die Belastung neu zu justieren, um individuelle Videoanalysen zu schauen und vor allem: um die mentale Bremse zu lösen. Wer jetzt nicht Gas gibt, fährt hinten raus. In der vergangenen Saison schrammte Cottbus mit letzter Kraft noch an der Relegation vorbei. Diesmal droht der Sprung ins kalte Wasser der Verlängerung – oder noch schlimmer: die Erkenntnis, dass man sich selbst demontiert hat.

24 Punkte sind noch zu verteilen. Der Vorstand rechnet, die Fans bangen, die Spieler jonglieren mit Erwartung und Erfahrung. Wollitz blickt auf seine Karriere zurück und sagt: „Ich habe die richtigen Knöpfe gefunden.“ Jetzt muss er sie eben noch einmal drücken – sonst zieht jemand anderes an ihm vorbei und Cottbus bleibt stehen, wo es schon einmal stand: Vor verschlossenen Toren und offenen Fragen.