Em-zweite auriana lazraq-khlass fliegt wegen verstoßes gegen anti-doping-kontrollen raus
Auriana Lazraq-Khlass war Europas Überraschungs-Queen im Siebenkampf. Jetzt ist die Französin laut der Athletics Integrity Unit (AIU) mit sofortiger Wirkung gesperrt – wegen wiederholter Verstöße gegen die Meldepflicht im Anti-Doping-Programm. Für die 25-Jährige droht ein Karriereknick von zwei Jahren.

Gold-rausch wird zum schatten-dasein
Die Nachricht schlägt ein wie ein Sprint an der Hürdenserie. Erst 2024 jubelte Lazraq-Khlass in Rom über Silber, 14 Monate später ist sie vom Wettkampf verbannt. Die AIU wirft ihr vor, mindestens dreimal innerhalb von zwölf Monaten nicht erreichbar gewesen zu sein, als Tester anklopften. Ein klassischer Verstoß gegen die Whereabouts-Regeln, der in der Leichtathletik keine Ausnahmen kennt.
Die Fallzahlen sprechen eine deutliche Sprache: Seit 2021 hat die AIU 38 Athleten wegen Meldeversäumnissen aus dem Verkehr gezogen – ein Drittel davon aus Europa. Lazraq-Khlass reiht sich nun in diese Statistik ein, obwohl sie nie einen positiven Dopingtest ablieferte. Dass reine Verwaltungsfeinden so hart bestraft werden, sorgt seit Jahren für Streit. Die Welt-Anti-Doping-Agentur hält die Regel für unverzichtbar, um das Loch im Netz zu schließen, das Lance Armstrong einst nutzte.
Die Französin selbst schweigt bislang. Ihr Management teilte lediglich mit, man prüfe „alle rechtlichen Schritte“. Intern kursiert das Gerücht, sie habe ihre Adressdaten nach einem Umzug nicht rechtzeitig aktualisiert. Ein Fehler, der in der Kontroll-App zwei Klicks kostet – und jetzt möglicherweise zwei Jahre kostet. Die Sperre gilt vorläufig, doch die Beweislast liegt bei ihr. Ein Geständnis könnte die Strafe halbieren, ein Prozess dagegen riskieren, dass die volle Bußzeit fällig wird.
Für den französischen Verband ist der Zeitpunkt pikant. Mit der WM 2027 in Paris will der zweitgrößte Europäische Verband sein Image wischen – clean, modern, zukunftsoffen. Dass eine Medaillen-Hoffnung nun wegen Papierkram stolpert, passt nicht ins Narrativ. Präsident Jean-Pierre Schoebel muss befürchten, dass die Internationale Sportunion die Kontroll-Dichte in Frankreich noch einmal erhöht. Das würde auch Stars wie Kévin Mayer oder Mélina Robert-Michon treffen.
Der Fall Lazraq-Khlass brennt sich in die Hirne der Nachwuchs-Athleten ein. Wer in Kontrollpools landet, muss 365 Tage im Jahr erreichbar sein – morgens um 6 Uhr, nachts um 2 Uhr, an Feiertagen. Ein einziges Verpassen kann reichen, die Karriere auf Eis zu legen. Die Leichtathletik-Welt verlangt Transparenz bis zur letzten Sekunde. Wer da schludert, fliegt – ganz gleich, ob er in Rom Silber holte oder in Tokio nur 18. wurde.
