Emery: champions-finale ist der nächste schritt!
Brummiges Morgenlicht auf Aston Villas Trainingsgelände – Unai Emery, kaum eine Stunde nach Hühnern aufgestanden, ist bereits wieder im Arbeitszimmer versunken. Der gestrige Triumph gegen Liverpool, der die Champions League-Qualifikation besiegelte, scheint kaum eine Rolle zu spielen. Der Fokus liegt auf Mittwoch, auf Istanbul, auf dem europäischen Finale.

Emerys europa-leidenschaft: mehr als nur taktik
Es ist nicht nur die taktische Brillanz, die Emery auszeichnet, sondern eine tiefe, fast schon hingebungsvolle Liebe zum europäischen Fußball. Die frühe Erfahrung mit Valencia, die verlorenen Halbfinals, die drei Europa League-Triumphe mit Sevilla – all das hat ihn geformt. „Europa bedeutet mir unendlich viel“, erklärt er in einem exklusiven Gespräch mit MARCA, während ein Strauß Blumen, ein Geschenk eines Freundes aus Dubai, auf seinem Schreibtisch steht. Die Erinnerungen sind lebendig, die Narben der Niederlagen ebenso.
Die Finalniederlage gegen Chelsea mit Arsenal schmerzt noch heute, eine Lektion, die er mit in jede weitere Begegnung nahm. Nun, mit Aston Villa, steht er wieder vor dem ultimativen Ziel. „Es ist ein weiterer Schritt in unserem Wachstum“, so Emery. „Wir kommen von der Conference League über die Champions League, wo wir gegen PSG ausgeschieden sind, und jetzt stehen wir hier.“
Die Fans erinnern sich an die glorreichen Zeiten, an die Zeit, als Aston Villa noch eine europäische Großmacht war. Emery will diese Ära wiederbeleben, den Verein international neu positionieren. „Es ist mehr als nur ein Titel“, betont er. „Es ist ein Gefühl, eine Identität, eine Zugehörigkeit.“
Die Beziehung zu den Besitzern des Clubs, Nassir Sawiris, Wes Edens und Michael, wird als „unglaublich unterstützend“ beschrieben. Sie haben in die Infrastruktur und das sportliche Wachstum investiert, immer mit dem Blick auf das große Ganze. Ein starker Rückhalt, der Emery hilft, den Druck zu kanalisieren. „Ich versuche, mich auf die Arbeit zu konzentrieren, damit die Gedanken frei sind“, sagt er.
Der Schlüssel zum Erfolg, so Emery, liegt in der Konstanz, in der Fähigkeit, etwas Wichtiges zu tun und es immer wieder zu wiederholen. Seine Leidenschaft für den Fußball, sein unermüdlicher Einsatz in der Analyse von Gegnern und der Entwicklung seiner Mannschaft – das ist seine Methode. Und das Schachspiel? „Es lehrt Konzentration und hilft, Fehler zu vermeiden – Dinge, die im Fußball entscheidend sind.“
Die Frage, ob er befürchtet, dass Schlüsselspieler wie Watkins oder Rogers den Verein verlassen könnten, beantwortet er pragmatisch: „Ich arbeite mit großartigen Spielern. Meine Priorität ist es, jeden einzelnen besser zu machen. Wenn sie besser werden und das Team besser wird, kommen die Ergebnisse.“
Die Euphorie in der Fankurve ist greifbar, eine Wiederbelebung des alten Stolzes. Emery weiß, dass die Finalgegner aus Freiburg eine ernstzunehmende Herausforderung darstellen. „Sie haben eine außergewöhnliche Europa League gespielt und verdienen es, hier zu stehen“, so Emery. „Es wird ein sehr ausgeglichenes Spiel werden.“
Während viele Top-Trainer in Europa Erfolge feiern, ist Emery beeindruckt von der Qualität. Er schätzt die Arbeit von Luis Enrique, Pep Guardiola und Mikel Arteta, lernt von ihnen. Dennoch bleibt er fokussiert, auf das, was zählt: den nächsten Titel, den nächsten Schritt im Aufstieg von Aston Villa. Denn eines ist klar: Unai Emery ist mehr als nur ein Trainer – er ist ein europäischer Spezialist, dessen Name untrennbar mit dem Triumph verbunden ist.
