Elfmeter-debakel in der wm: queiroz tobt nach england-unentschieden
Die WM in den USA brodelt – und das nicht nur wegen der Hitze. Nach dem müden 0:0 zwischen Ghana und England am Sonntagabend ist Ghana-Trainer Carlos Queiroz aus allen Wolken gefallen. Sein Urteil: Seine Mannschaft wurde um einen lebenswichtigen Elfmeter gebracht, der das Spiel hätte wenden können.
Var-pausen und verpasste chancen
Queiroz ließ seiner Frustration freien Lauf und attackierte den Video Assistant Referee (VAR) frontal. „Der VAR hat sich einen Kaffee geholt, was ja normal ist. Aber das war ein klarer Elfmeter und eine Rote Karte!“, polterte der Portugiese. Das Problem: Schiedsrichter Hector Said Martinez aus Honduras wurde nicht aufgefordert, die strittige Szene aus der 79. Minute noch einmal zu überprüfen. Dabei war das Foul an seinem Stürmer Prince Adu äußerst fragwürdig.
Adu sprintete mit Ballbesitz auf das englische Tor zu, als er von Ezri Konsa zu Boden gerissen wurde. Der Verteidiger traf den Ball dabei überhaupt nicht. Martinez ließ jedoch weiterlaufen, was Queiroz sichtlich irritierte. Die Enttäuschung über die Entscheidung war ihm deutlich anzusehen, obwohl seine Mannschaft immerhin einen Punkt gegen eine starke englische Mannschaft erkämpfte.

Ein teurer sieg und ein augenzwinkern
Trotz der Aufregung bewahrte Queiroz seinen Humor. „Man muss einen hohen Preis zahlen, um Punkte zu bekommen. Wahrscheinlich, weil wir in den Vereinigten Staaten sind, wo alles teuer ist“, scherzte der 73-Jährige. Doch hinter der ironischen Bemerkung verbirgt sich die Erkenntnis, dass Ghana in dieser WM hart kämpfen muss, um seine Ziele zu erreichen. Die Mannschaft steht nun mit vier Punkten so gut wie sicher im Achtelfinale, doch die knappe Entscheidung gegen England zeigt, dass Ghana sich vor keinen Gegner fürchten muss.
Die Entscheidung des VAR wird weiterhin für Diskussionen sorgen und den Druck auf die Schiedsrichter in den verbleibenden Spielen der WM erhöhen.
