Elf podestlos-sprünge: dsv-damen versinken in oslo im talentstau
Oslo – Der Holmenkollen wurde zur Schneise der Enttäuschung. Zum elften Weltcup-Springen in Folge schaffte kein deutsches Sprungteam den Sprung unter die besten Drei. Agnes Reisch kam als Achte ins Ziel – und das ist bereits die gute Nachricht.
Yuki ito nutzt die deutsche hilflosigkeit
Die Japanerin landete bei dichtem Schneetreiben 127,0 und 126,5 Meter weit, sammelte 225,6 Punkte und schob sich mit einem winzigen Vorsprung von 0,5 Zählern vor Teamkollegin Nozomi Maruyama. Dahinter folgte die Norwegerin Anna Odine Ström, während die Slowenin Nika Prevc – am Samstag noch siegreich – diesmal nur Sechste wurde und die deutsche Mannschaft weiter auf den ersten Podestplatz seit Mitte Januar wartet.
Am Samstag hatte Reisch als Vierte die Medaillenränge kaum verfehlt, doch am Sonntag fehlten 21 Punkte auf Rang drei. Juliane Seyfarth, Katharina Schmid und Selina Freitag folgten auf den Plätzen zwölf bis 14 – ein Ergebnis, das angesichts des verpatzten Olympia-Auftritts wie ein Déjà-vu wirkt.

Katharina schmid nimmt abschied im mittelfeld
Für Rekordweltmeisterin Schmid, die in Lahti erstmals nach zehn Jahren im Weltcup in einem Durchgang ausschied, war Oslo zumindest ein kleiner Schritt nach vorne. Dennoch verabschiedet sich die 32-Jährige am Saisonende ohne Podest seit Dezember – ein Makel, den selbst ihre erfolgreichste Karriere nicht überdeckt.
Die Statistik bleibt brutal: Elf Weltcup-Springen, null Podestplätze. Kein anderes Team der Top-Nationen wartet so lange auf ein Erfolgserlebnis. Während Japan und Norwegen die Spitze dominieren, steckt das Deutsche Skiverband in der tiefsten Krise seit der Jahrtausendwende. Die Athletinnen fliegen nach Hause – mit nichts als Schnee auf den Helmen und Fragen im Gepäck.
