El mala springt höher als alle – köln hat seinen retter in not

Said El Mala traf noch nie per Kopf – bis Sonntag. In der 79. Minute rammte der 19-Jährige den Ball an den zweiten Pfosten in die Maschen, zog den 1. FC Köln damit beim 1:1 gegen den HSV aus dem Sog der Niederlage und bewies: Er lernt schneller als seine Gegner.

Wie ein co-trainer den sieger fand

Der Treffer war kein Zufall. Co-Trainer René Wagner hatte die Hamburger Schwäche am zweiten Pfosten auf dem Video erkannt. „Wir wussten, dass sie dort den Raum nicht eng machen“, sagt El Mala. Seine Aufgabe: rennen, springen, einköpfen. Das klingt simpel, war für den Dribbler aber ein kleiner Selbstübertritt. „Ich bin eher der Typ, der mit dem Ball am Fuß durch die Gasse geht“, lacht er. Nun ist auch Kopfball Nummer eins in seiner persönlichen Statistik.

Effzeh-Coach Lukas Kwasniok nimmt es zum Anlass, das Leihgeschäft „Standards“ neu zu justieren. Nach dem 0:3 in Bremen forderte er offen mehr Präsenz im Strafraum – und bekommt sie nun ausgerechnet von seinem jüngsten Stürmer. „Said hat den Plan perfekt umgesetzt, deshalb war es auch ein Co-Trainer-Tor“, sagt Kwasniok. Die interne Bilanz: erstes Eckball-Tor der Saison, erstes Kopfballtor für El Mala, erster Punkt nach Rückstand seit Februar.

Zahlen, die ihm keine ruhe gönnen

Zahlen, die ihm keine ruhe gönnen

Neun Tore hat der Rechtsfuß inzwischen erzielt – fünf davon verhinderten laut Opta eine Niederlage. Gegen den HSV war es wieder so weit. Ohne seinen Kopfball stünde Köln eine Spur näher an der Abstiegszone, stattdessen schlägt der Club auf Platz neun zu. „Wenn du 19 bist und so was schreibst, macht das schon Stimmung“, sagt Kwasniok. Er meint: El Mala wird Tag für Tag unverzichtbarer, weil er die Dinge tut, für die er zuvor gelobt wurde.

Dazu gehört auch die Defensivarbeit. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte ihn im kicker gerügt, zu lasse er Gegenspieler laufen. El Mala nahm es zur Kenntnis. „Ich kann nicht nur Tore schießen und hoffen, dass alles gut wird“, sagt er. Also rannte er auch gegen den HSV 32 Mal in den Zweikampf – mehr als jeder Kollege. Die Quote: 69 Prozent gewonnen. „Er geht die Schritte, die er gehen muss“, sagt Kwasniok. Sätze wie diese kreisen in Köln schon lange um niemand anderen.

El Mala selbst schüttelt ab, dass er schon zum sechsten Mal in Folge für den Ausgleich sorgte. „Ich will lieber mal in Führung gehen und dann das 2:0 machen“, sagt er. Bis es so weit ist, bleibt er eben die Lebensversicherung des Aufsteigers – und für die Gegner die schlechteste Nachricht: Er kann jetzt auch per Kopfball töten.