Eis-wm: russland und belarus dürfen ab 2027 wieder starten

Ein überraschender Schritt in der Welt des Eiskunstlaufs: Die International Skating Union (ISU) hat beschlossen, russische und belarussische Athleten ab der Saison 2026/27 wieder in internationalen Wettbewerben zuzulassen. Nach der Invasion der Ukraine im Jahr 2022 und der darauffolgenden Auschlussverfügungen kehren die Teams nun unter strengen Auflagen zurück – eine Entscheidung, die für viele Fragen offen lässt.

Neutralität und strenge kontrollen

Neutralität und strenge kontrollen

Die Rückkehr erfolgt unter der Bedingung der Neutralität. Russische und belarussische Sportler dürfen künftig ohne nationale Symbole antreten, ähnlich wie bereits im Bereich des Sports üblich, beispielsweise im Leichtathletik oder Tennis. Ein zentraler Punkt ist die Überwachung, ob diese Athleten die militärische Aggression unterstützen. Wer dies tut, wird von der Teilnahme ausgeschlossen.

Die ISU hat zudem eine Quote für die wieder aufgenommenen Nationen festgelegt, die sich an der Stufe orientiert, die ein neues Team in seiner ersten Saison erreichen würde. Nach über drei Jahren des Ausschlusses und dem damit verbundenen Verlust von Weltpunkten ist dies ein fairer Kompromiss, um die Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten. Die Bedingungen werden jedoch fortlaufend überprüft, und die ISU behält sich das Recht vor, die Maßnahmen bei Bedarf zu verschärfen.

Die Entscheidung der ISU ist nicht ohne Kontroversen. Während die Organisation ihren Wunsch nach einer Beendigung aller Konflikte und ihre Solidarität mit den ukrainischen Eiskunstläufern betont - mit finanzieller Unterstützung durch verschiedene Initiativen - bleibt der Zweifel, ob ein solches Signal den richtigen Weg weist. Die Vergangenheit wirft lange Schatten: Bei der Eiskunstlauf-WM 2021 feierten russische Athleten triumphal, darunter Anna Scherbakova im Einzel und Anastasia Mishina-Alexandr Galimov im Paarlauf. Nur im Herren-Einzel widerstand sich Nathan Chen dem russischen Dominanz.

Auch bei den Olympischen Spielen in Peking 2022 war Russland als Russisches Olympisches Komitee (ROC) stark vertreten und sicherte sich eine Goldmedaille (Anna Shcherbakova), drei Silbermedaillen und zwei Bronzemedaillen. Der Name Kamila Valieva sorgte jedoch für einen dunklen Fleck, als sie wegen Dopings disqualifiziert wurde. Dieser Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit einer lückenlosen Überprüfung und Kontrolle, um die Integrität des Sports zu wahren.

Die ISU betont, dass die Entscheidung unter ständiger Beobachtung steht und nur dann gelockert wird, wenn keine Sicherheits- oder Integritätsprobleme mehr bestehen. Die Zeichen stehen auf Wandel, doch die Frage, ob dieser Schritt wirklich ein Schritt in die richtige Richtung ist, bleibt offen.