Eisschnelllauf-skandal? ard-recherche belastet desg-präsidenten große
Vorwürfe gegen den berliner desg-präsidenten
Im deutschen Eisschnelllauf brodelt es. Eine aktuelle ARD-Recherche wirft schwere Schatten auf Matthias Große, den Präsidenten der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG). Athleten und Athletinnen äußern zunehmend ihren Unmut über die Verbandsspitze. Der Vorwurf: Haushaltspläne wurden zurückgehalten und versprochene Prämien nicht ausgezahlt.

Dombek kritisiert verbandsarbeit
Athletensprecher Hendrik Dombek äußerte sich deutlich: "Die aktuelle Situation im Verband stellt für viele eine zusätzliche, erhebliche Belastung dar." Dombek, der bei den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina an den Start geht, fordert einen "intensiveren und regelmäßigeren Austausch mit den Verbandsgremien". Ziel sei es, ein Umfeld zu schaffen, das von Respekt, Transparenz und verantwortungsvollem Umgang mit Macht geprägt ist.

Athleten deutschland sieht desillusionierung
Der unabhängige Verein Athleten Deutschland bestätigt die Stimmung. Geschäftsführer Johannes Herber berichtet von großer Frustration unter den Sportlern. "Sie haben auch eine gewisse Desillusion an den Tag gelegt, weil sie gemerkt haben: Sie wollen eigentlich mitgestalten, und es wurde ihnen immer wieder die Tür vor der Nase zugeschlagen."
Große schweigt zunächst
Matthias Große, der seit 2020 an der Spitze der DESG steht und Lebensgefährte der Eisschnelllauf-Legende Claudia Pechstein ist, ließ zunächst keine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu. Er kündigte jedoch an, sich nach den Winterspielen am 26. Februar auf einer Pressekonferenz im Berliner Müggelturm "vollumfänglich" zu äußern.

Dosb nimmt keine stellung
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) verzichtete auf eine Stellungnahme, verwies auf mangelnde Zuständigkeit und Kenntnis der Vorgänge. Gleichzeitig betonte der DOSB die Erwartung, dass sich die Mitgliedsverbände im Rahmen der rechtlichen Vorgaben und der Grundsätze des deutschen Sports eigenständig organisieren und dabei die Grundsätze der guten Verbandsführung einhalten.

Hintergrund: desg unter druck
Die Vorwürfe kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft kämpft seit Jahren mit sinkenden Erfolgen. Seit 2010 konnte der Verband keine einzige Olympiamedaille mehr gewinnen. Matthias Große hatte sich zum Ziel gesetzt, den Verband zu alter Stärke zurückzuführen. Diese Pläne könnten nun durch die aktuellen Vorwürfe massiv gefährdet sein.
Ausblick: pressekonferenz am müggelturm
Die geplante Pressekonferenz am 26. Februar wird mit Spannung erwartet. Matthias Große muss nun Antworten auf die schweren Vorwürfe liefern und darlegen, wie er die Glaubwürdigkeit des Verbandes wiederherstellen will. Die Zukunft des Eisschnelllaufs in Deutschland könnte davon abhängen.
