Eisschnelllauf-eklat: desg geht gegen ard vor – unterlassungserklärung eingereicht
Streit um kritische berichterstattung eskaliert
Ein heftiger Streit zwischen der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) und dem ARD-Fernsehen ist öffentlich geworden. Die DESG hat dem Sender eine Unterlassungserklärung zukommen lassen, nachdem die ARD einen kritischen Bericht über mutmaßliche Missstände innerhalb des Verbandes veröffentlicht hatte. Der Konflikt droht, sich vor Gericht weiterzuentwickeln.

Bestätigung durch ard-sportkoordinator
Axel Balkausky, Sportkoordinator der ARD, bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur den Erhalt der juristischen Unterlagen. „Ja, das kann ich bestätigen“, erklärte Balkausky. „Die ARD wird sich dieser Unterlagen selbstverständlich umgehend annehmen und sie kritisch in Abstimmung mit den involvierten Justiziariaten prüfen.“

Ausschluß von journalisten löste empörung aus
Die Eskalation begann bereits am Donnerstag, als DESG-Präsident Matthias Große den Journalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus den Zutritt zu einer Medientermin auf seinem Anwesen im Müggelturm verwehrte. Beide hatten zu Beginn der Olympischen Winterspiele einen kritischen Bericht über den Verband veröffentlicht, der nun zu den rechtlichen Auseinandersetzungen führte.
Große spricht von einer „schmutzkampagne“
In einer über zweieinhalb Stunden andauernden Stellungnahme distanzierte sich Große vehement von allen Anschuldigungen und griff die beiden Reporter scharf an. „Wer meinen Verband auf die Schlachtbank führt, mit dem teile ich nur noch den Gerichtssaal“, soll er geäußert haben. Der Bericht der ARD wurde als „Schmutzkampagne“ und „Hassspiel“ diffamiert, zudem wurden „Lügen“ vorgeworfen.
Siebenstelliger schaden gefordert
Bereits während einer Pressekonferenz am Donnerstag hatte der DESG-Chef angekündigt, dass seine Anwälte Schreiben verschickt hätten. Laut Große beläuft sich der entstandene Schaden auf einen siebenstelligen Betrag. Wie genau dieser Schaden entstanden sein soll, blieb jedoch unkonkret.
Reaktionen von medien und politik
Das Hausverbot für die beiden Journalisten rief bei Medienverbänden und Politikern breite Empörung hervor. Kritiker sehen darin einen Angriff auf die Pressefreiheit. Die juristische Auseinandersetzung zwischen der DESG und dem öffentlich-rechtlichen Sender dürfte sich somit in eine neue Phase begeben. Es bleibt abzuwarten, wie die Gerichte in diesem Fall entscheiden werden.
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