Eishockey: müller fordert umbruch – „alle an einen tisch!

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft steckt in einer Krise. Nach dem erneuten Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft und angesichts der jüngsten Enttäuschungen fordert nun Ex-Kapitän Moritz Müller einen radikalen Umbruch. „Die Zeit ist reif, dass sich alle Akteure mal an einen Tisch setzen“, betonte Müller im MagentaTV-Podcast „Die Eishockey-Show“.

Die forderung nach einer gemeinsamen analyse

Müller, der aufgrund „familiärer“ Gründe auf die WM-Teilnahme verzichtet hatte, sieht dringenden Handlungsbedarf. Er plädiert für eine umfassende Analyse, an der alle Beteiligten beteiligt sind – vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) über die DEL und DEL2 bis hin zu den Oberligen und den Nachwuchsligen. „Man muss sich jetzt fragen, wo das deutsche Eishockey stehe, wollen wir jedes Jahr ins Viertelfinale oder sind wir mit den Strukturen eine Mannschaft, die gerade so ums Viertelfinale kämpfen kann?“

Die Entwicklung des deutschen Eishockeys sei zwar grundsätzlich positiv, so Müller. „Wir bauen ja gerade was auf in Deutschland, das Produkt wird immer besser. Aber was wird getan für die Nationalmannschaft, damit es besser läuft?“ Aktuell agiere jeder Verband, jeder Verein, jeder Spieler für sich. Das Ergebnis: Ein Team, das sich auf Schützenhilfe verlassen musste, um überhaupt noch eine Chance auf das Viertelfinale zu haben. Nur ein Sieg Lettlands gegen Ungarn am Dienstag hätte das Weiterkommen ermöglicht.

Identitätskrise und fehlende perspektive

Identitätskrise und fehlende perspektive

Die erneute Enttäuschung reiht sich ein in eine Reihe von unbefriedigenden Ergebnissen. Nach dem Vorrunden-Aus im Vorjahr in Dänemark und der Olympia-Enttäuschung in Mailand, wo die NHL-Stars um Leon Draisaitl fehlten, ist dies bereits das dritte Turnier in Folge, das die Erwartungen nicht erfüllt. Wie der Verteidiger Moritz Seider nach dem Spiel gegen Großbritannien feststellte: „Haben im Moment keine wirkliche Identität.“

DEB-Sportvorstand Künast steht nun vor der schwierigen Aufgabe, die Zukunft des deutschen Eishockeys neu zu gestalten. Die Frage, wie es weitergeht, bleibt offen. Die Fans sind unzufrieden, die Spieler frustriert und der Ruf des deutschen Eishockeys leidet. Es bedarf einer klaren Vision und einer konsequenten Umsetzung, um den deutschen Eishockey wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Die Zahl von über drei Millionen Sportfans, die bereits die App des DEB nutzen, zeigt jedoch, dass das Interesse am Eishockey in Deutschland weiterhin groß ist – eine Chance, die es zu nutzen gilt.