Eintracht-frauen kassieren 0:3-klatsche gegen häcken – finale nur noch mit wunder

Der Traum vom Europacup-Finale droht zu platzen. Die Eintracht-Frauen verpatzten das Halbfinale gegen BK Häcken mit zwei individuellen Fehlern und kassierten ein 0:3, das weit mehr wehtut als die Tabelle verrät.

Doorsoun patzt doppelt – häcken sticht eiskalt zu

Sara Doorsoun wird sich diese Nacht nicht um den Schlaf bringen müssen, den wird sie ohnehin nicht finden. Erst passte die Nationalspielerin auf dem eigenen Strafraum einen Häcken-Angreifer an, dann rutschte sie beim Aufbauspiel aus. Beide Male landete der Ball bei Felicia Schröder, beide Male zog sie ab. Zwischen den beiden Geschenken hatte Alva Selerud bereits per sehenswertem Volley das 1:0 besorgt. Die Eintracht hatte zwar mehr Ballbesitz, aber Häcken hatte den Plan.

Trainer Niko Arnautis stellte nach der Pause um, stürmte mit drei Spitzen – und plötzlich war Leben in der Halle. Elisa Senß setzte einen Volley neben den Kasten, Rebecka Blomqvist scheiterte an Islands Nationaltorhüterin Fanney Inga Birkisdottir. Die 66. Minute wird Arnautis noch länger auf der Zunge liegen: Nesrin Akgün blockte einen Querpass mit der Hand, doch Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer liezte weiter. Der Videobeweis? Gibt es in der Frauen-Europa-Liga nicht.

Die Quittung folgte auf dem Fuß. Doorsouns Fehlpass, Schröders Distanzschuss, Lina Altenburg war noch dran, aber der Ball kullerte zur 2:0-Führung über die Linie. Als sich Doorsoun vier Minuten vor Schluss erneudrutschte und Schröder das 3:0 erzielte, war die Partie gelaufen. Nicole Anyimi traf noch die Latte, mehr nicht.

Rückspiel in schweden: eintracht braucht ein fußball-wunder

Rückspiel in schweden: eintracht braucht ein fußball-wunder

Am Donnerstag geht’s nach Göteborg. Die Eintracht muss dort mindestens dreimal treffen, um überhaupt Verlängerung zu erzwingen – und darf keinen Gegentreffer kassieren. Eine Mammutaufgabe, selbst wenn Top-Torjägerin Barbara Dunst wieder fit wird. Die Schweden indes haben die Rechnung schon gemacht: Sie dürfen kontern, was das Zeug hält. Und sie wissen, dass eine Niederlage mit zwei Toren reicht.

Die Zahlen sprechen gegen Frankfurt: In dieser Saison verlor Häcken erst ein einziges europäisches Spiel – und das nur mit 1:2 in Barcelona. Die Eintracht muss also nicht nur gewinnen, sondern auch ein Rätsel lösen, das bisher kein Team knackte. Arnautis sprach von „kleinen Details“, doch die waren an diesem Abend riesig. Ohne Doorsouns Black-out wäre alles möglich gewesen. So aber bleibt nur die Erkenntnis, dass der Europacup keine Gnade kennt – und dass Fehler in der Königsklasse sofort bestraft werden. Göteburg wird die Eintracht darin bestätigen oder widerlegen.