Eintracht-frauen in der brennpunktrunde: sieg gegen hoffenheim oder saison droht zu kippen
18 Uhr, Brentanobad, dritter Versuch – kein Wintereinbruch, keine Maulwürfe, nur Hoffenheim. Für Eintracht Frankfurt ist das Frauen-Bundligaduell am Mittwoch nicht einfach ein Spiel, sondern die Schaltstelle der kompletten Saison. Verliert die Mannschaft, liegt sie fünf Punkte hinter Rang drei, gewinnt sie, schnuppert sie wieder an Europa. Die Rechnung ist simpel, der Druck riesig.
Nach pokal-blamage und bremer blackout zählt nur noch ein sieg
Niko Arnautis lehnt sich beim Pressegespräch lässigzurück, aber seine Kiefermuskeln arbeiten. Zweimal haben seine Spielerinnen in den letzten Tagen die Kontrolle verloren – 0:2 in Wolfsburg, 2:4 in Bremen – und plötzlich steht der internationale Startplatz, seit vier Jahren Selbstverständlichkeit, auf Abriss. Platz drei war Frankfurt, jetzt ist er Hoffenheim. „Wir haben die Chance, wieder dorthin zu kommen“, sagt Arnautis. Klingt nach Routine, ist ein Stimmungsbild. Denn hinter der Floskel schwingt die Erkenntnis: Ein weiterer Patzer und die Englischen Wochen werden zur reinen Pflichtübung statt zum Jubiläum.
Die Zahlen sind hart: Seit sieben Partien wartet Eintracht auf einen Dreier gegen die Kraichgauerinnen, die Defensive kassierte in den letzten beiden Spielen sechs Gegentore, und Kapitänin Laura Freigang schimpfte über „fehlenden Willen“. Selten war ein 2:4 so laut. Arnautis redet dennoch davon, „nicht alles in Frage zu stellen“. Doch die Realität lautet: Ohne Sieg droht das erste Jahr ohne Europapokal seit 2022 – und das in einer Saison, in der das Halbfinale im Europacup gegen BK Häcken ansteht. Fünf Spiele in 15 Tagen, das Programm ist ein Kraftakt, der mit einem Heimsieg starten muss.

Die personalie freigang und das 90-sekunden-problem
Gegen Bremen schlief Frankfurt vor der Pause 90 Sekunden – reichte für zwei Gegentore. Genau diese Phase nennt Arnautis „unnötig“. Er will es „besser machen“, doch die Warnung ist auf der Anzeigetafel geschrieben: Hoffenheim tritt mit der besten Auswärtsbilanz der Liga an, erzielt im Schnitt zwei Treffer pro Spiel und nutzt jeden Konter. Die Eintracht muss früher pressen, zentraler verteidigen und endlich wieder Tore aus dem Lauf heraus erzielen. Dafür braucht sie ihre Anführerin. Freigang steht bei neun Saisontreffern, doch ihre eigentliche Aufgabe ist es, den Charakter des Teams sichtbar zu machen. Gegen Hoffenheim wird sie Mittelstürmerin und zusätzliche Sechste – ein Spagat, der gelingen muss, wenn der Gegner bereits nach 20 Minuten die Räume eng macht.
Die Fans werden helfen. 3.800 Tickets sind bereits weg, das Brentanobad droht zu kochen. Die Kurve fordert Antworten auf die letzten Patzer, will aber vor allem eins: Emotionen statt Erschöpfung. Denn wer am Mittwoch zittert, darf in zwei Wochen gegen Häcken nicht erneut von der Rolle sein. Die Saison ist nicht verloren, aber sie biegt sich in dieser Woche in eine Richtung – entweder Europa oder Erklärungsnotstand. Entscheidend ist jetzt der erste Schritt. Ein Sieg, sonst wird der Traum nicht nur kleiner, sondern irgendwann unmöglich.
