Eintracht frankfurt schlägt freiburg und glaubt wieder an europa
Die SGE ist zurück. Nach dem 2:0 gegen Freiburg sprudelt der Glaube, der in der Winterpause noch wie ein ausgebrannter Faden hing. Kapitän Robin Koch redet nicht länger von „vielleicht“, er redet von Dominanz. „Der Glaube ist wieder da, dass du spielen kannst, Gegner auch dominieren kannst“, sagt er, und man hört das Knistern in seiner Stimme. Zweiter Sieg unter Albert Riera, vier Spiele, sieben Punkte – die Eintracht hat den Turbo gezündet, bevor die Tabelle sie abhängt.
Siebter platz, sechs punkte rückstand – das ist kein grab, das ist eine sprungbrett
Tabellensiebter, das klingt nach Mittelmaß, aber der Blick nach oben zeigt: Auf Platz sechs, Bayer Leverkusen, fehlen nur sechs Zähler. Und die Werkself muss am Mittwoch im Nachholspiel noch beim kriselnden HSV antreten. Frankfurt dagegen darf sich in den nächsten fünf Wochen an den letzten sechs Plätzen der Liga laben – ein Programm, das man sich in der Saisonplanung nicht besser hätte aussuchen können. „Es zählt aber nur die nächste Aufgabe“, dämpft Sportvorstand Markus Krösche die Euphorie. Sonntag, 15.30 Uhr, Millerntor: St. Pauli wartet, das Schlusslicht mit dem Messer zwischen den Zähnen.
Die Stimmung im Waldstadion schwankt zwischen Jubel und Zittern. Kaua Santos, der 22-jährige Keeper, der Riera die Reaktionsschnelligkeit des Teams sichern sollte, fällt nach fünf Minuten mit einem Knie-Traktorschaden aus. „Extrem bitter“, sagt Koch, „wir hoffen, dass es nicht so dramatisch ist.“ Die Diagnose folgt am Montag, aber die Mannschaft hat gelernt, mit Schicksalsschlägen umzugehen. Die Bank ist jung, aber nicht mehr grün hinter den Ohren.

Rieras erbe: dominanz statt dauerremis
Unter Riera spielt Frankfurt nicht länger wie ein Team, das sich für ein 0-0 entschuldigt. Die Passstaffelung ist schärfer, die Gegenpresse ein Programm. Gegen Freiburg lag die SGE in der ersten Hälfte schon bei 1,8 erwarteten Toren, die Breisgauer schauten nur dem Ball hinterher. Nach der Pause schraubt Riera die Formation um, stellt Mario Götze ins Zentrum, und plötzlich rattern die Kombinationen. 2:0, ein Ergebnis, das die Tabelle lügt, weil es hätte höher ausfallen müssen.
Der Europapokal ist kein Wunschtraum mehr, er ist ein Terminkalender. Wenn Frankfurt die nächsten fünf Spiele gegen die Abstiegskandidaten gewinnt, stehen 15 Punkte im Konto – und Leverkusen plötzlich unter Druck. Koch will sich nicht festlegen, aber seine Augen verraten ihn: Er rechnet. „Wir müssen so wie heute unsere Spiele gewinnen“, sagt er, und das klingt wie eine Drohung.
Die Fans singen „Europa wir kommen“, aber im Kabinengang herrscht Stille. Riera hat verboten, länger als bis zur nächsten Trainingseinheit zu jubeln. Der Spanier kennt die deutsche Realität: Ein Ausrutscher in Hamburg, und das Kunststück ist passé. Die SGE hat den Glauben zurück – und jetzt muss sie ihn liefern, bevor der Kalender sie einholt.
