Eintracht frankfurt: führungsspieler verschwinden spurlos – droht der absturz?

Frankfurt am Main – Die Luft wird dünn an der Commerzbank-Arena. Eintracht Frankfurt steuert unaufhaltsam auf eine Saison zu, die kaum noch schlimmer hätte verlaufen können. Doch während die sportliche Talfahrt schon seit einiger Zeit erkennbar ist, spitzt sich das Problem der fehlenden Führungspersönlichkeiten nun dramatisch zu. Nach dem blamablen 1:2 gegen den Hamburger SV stellt sich die bittere Frage: Wo sind die Spieler, die in schwierigen Zeiten den Laden zusammenhalten?

Die leere im zentrum: ein vakuum statt einer achse

Es ist kein Wunder, dass Trainer Albert Riera mit den Nerven spielt. Denn obwohl der Kader auf dem Papier durchaus erfahrene Kräfte aufweist – Namen wie Robin Koch, Mario Götze, Rasmus Kristensen, Arthur Theate und Jonathan Burkardt sollten eigentlich eine stabile Basis bilden – fehlt es der Mannschaft an einer klaren Führung. Was als Rückgrat des Teams gedacht war, hat sich in ein Vakuum verwandelt. Rieras Experiment, gleich sechs Spieler zum Kapitän zu ernennen, wirkt angesichts der aktuellen Lage grotesk.

Koch, als einziger, der nach dem HSV-Debakel die Mixed Zone aufsuchte, rang nach Worten. Seine Aussagen wirkten verzweifelt, wenig überzeugend. Er forderte mehr Einsatz, mehr Leidenschaft – aber die Frage bleibt: Wer soll das auf dem Platz umsetzen, wenn die vermeintlichen Anführer selbst in einer Krise stecken?

Götze, der einst als Hoffnungsträger galt, steht nun völlig außen vor. Nachdem er erst vor drei Monaten von Riera zum Kapitän befördert wurde, kam er in den letzten acht Spielen lediglich auf 23 Einsatzminuten. Burkardt, der Mainzer Rekordzugang, hat ebenfalls einen schweren Stand, nachdem es kürzlich Unstimmigkeiten zwischen ihm und dem Coach gab. Kristensen kämpft seit Wochen mit Verletzungen, während auch Brown, lange ein Lichtblick, eine deutliche Formabschwächung zeigt.

Mehr als nur ein trainerproblem – die verantwortung der routiniers

Mehr als nur ein trainerproblem – die verantwortung der routiniers

Es wäre zu einfach, die Schuld allein dem Trainer zu geben. Dino Toppmöller hatte bereits vor Riera mit den Führungsspielern zu kämpfen, die nicht die nötige Intensität und Leidenschaft zeigten. Das Problem scheint tiefer zu liegen und betrifft die gesamte Mannschaft, insbesondere aber die erfahrenen Spieler. Uzun, der junge Neuzugang, zeigte gegen den HSV zumindest ansatzweise, wie man kämpft und versucht, Impulse zu geben – ein Verhalten, das von den Routiniers eigentlich vorgelebt werden sollte.

Die Aussage des jungen Uzun nach dem Spiel, dass die Stimmung zwar nicht gut sei, man aber versuche, ein Team zu bleiben, wirft ein Schlaglicht auf die Lage. Die Pflege der Teamchemie ist eine Aufgabe der Führungsspieler – und genau da versagt die Eintracht derzeit kläglich.

Die Saison könnte für Eintracht Frankfurt in einem Fiasko enden. Es liegt an den Spielern, die Verantwortung zu übernehmen und den Abstiegskampf anzunehmen. Sonst droht der Frankfurter Fußballzirkus weiter zu tanzen – bis zum bitteren Ende.