Ehc arosa räumt auf: neun spieler müssen gehen – derby-debakel fordert ersten opfer
Sturm auf dem Berg. Der EHC Arosa trennt sich nach der desaströsen Sky-Swiss-League-Premiere von neun Akteuren – darauf folgt sofort das nächste Beben: Luca Schommer, Denis Sczcepaniec und sieben weitere Profis suchen neue Clubs. Die Hausaufgaben für die neue Saison beginnen mit einem Schock.

Der abstiegs-reset startet mit dem härtesten schnitt der jüngeren klubgeschichte
25 Punkte, Platz elf, Abstiegsrunde – die Zahlen brennen. Sportchef Sandro Rizzi zieht die Reißleine: „Wir haben analysiert, wo wir stehen, und müssen erkennen, dass einige Rollen nicht mehr passen“, sagt er am Rande des Trainingslagers. Luca Schommer, 28, einst Hoffnungsträger, fliegt trotz auslaufendem Vertrag sofort. Denis Sczcepaniec, Topskorer der Vorsaison, sucht sich nach nur zwölf Monaten neue Herausforderung. Auch Gian Leipold, Frédéric Jolliet, Lukas Rubin, Matteo Tedoldi, Damian Meier sowie die Brüder Noel und Tim Wüthrich müssen die Koffer packen.
Lo que nadie cuenta es: Die Hälfte der Entlassenen hatte noch gültige Kontrakte. Der Klub löste sie auf, zahlt Abfindungen – ein finanzieller Schlag für den kleinen Graubündner Traditionsverein. Die Trennung von Sczcepaniec schmerzt besonders: 44 Scorerpunkte in der NLB, danach nur zwölf in der höchsten Liga. Die Statistik ist gnadenlos.
Die Kaderplanung läuft längst auf heimlichem Hochtouren-Niveau. Headcoach Andreas Kyburz sitzt seit Tagen in Videobesprechungen mit Sportdirektoren aus Schweden und Tschechien. Er will Tempo, Durchsetzungskraft und Charakter – das Fehlen aller drei Eigenschaften kostete Arosa zuletzt 47 Gegentore in den letzten zehn Spielen. Erste Neuzugänge sollen binnen 14 Tage präsentiert werden, ein Center mit NL-Erfahrung steht ganz oben auf der Wunschliste.
Die Fans reagieren gespalten. Auf Social Media feiern einige den harten Schnitt, andere fürchten den Verlust der Identität. „Wir sind Arosa, kein Konstrukt“, schreibt ein Follower – und erhält 300 Likes. Der Verein rudert zurück: „Wir bleiben die Bergkinder, aber wir müssen auch gewinnen“, sagt Präsidentin Madeleine Werner. Die Botschaft: Ergebnisse vor Romantik.
Die Liga schaut genau hin. Die Sky Swiss League will spannende Derbys, keine Abstiegsdramen. Mit dem Tabellenletzten aus Arosa droht erneut ein Playoff-Platz an den Sportplatz Davos zu fallen – dem Hauptrivalen, der am letzten Spieltag mit 1:8 demütigte. Die TV-Gelder sinken, wenn der Name Arosa nicht mehr für knallharte Kämpfe steht. Die Uhr tickt.
Während die Neun ihre Pässe abgeben, trainiert der Rest bereits mit Testspielcharakter. Kyburz lässt die Jungs doppelt so lange Eislaufzeit absolvieren, die Pulsschläge liegen bei 180. Wer nicht mitkommt, fliegt – das haben die Geschäftsstelle und der Coach intern kommuniziert. Die Devise lautet: neue Saison, neue Schmerzgrenze. Der EHC Arosa will 2026 nicht wieder als Statist dienen, sondern als Störenfried. Die erste Szene im Sommertraining ist gedreht, das Skript steht: Runter vom letzten Platz – oder ab in die NLB.
