Effenberg jagt sané: letzte wm-chance, letzte warnung

Leroy Sané packt wieder den Koffer – doch diesmal könnte es der letzte sein. Die Nominierung für die Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana gilt als Endspiel für die WM-Tickets. Stefan Effenberg schießt scharf: „Er ist nur noch ein Wackelkandidat.“

Effenberg zieht den zeitgeist nach

Der Ex-Kapitän schreibt, was viele Denken: Sanés Gala-Zahlen in Istanbul – sechs Tore, vier Vorlagen – täuschen über fehlende Durchschlagskraft gegen Top-Teams hinweg. Das 0:4 gegen Liverpool war ein Lehrstück: Tempo, Pressing, Entscheidungsschnelligkeit – alles fehlt. Nagelsmann notiert stumm. Er wartet auf den Beweis, nicht auf Pöstchen.

Die Uhr tickt. Mit 30 Jahren beginnt für Flügelflitzer die Zeit der zweiten Haut. Effenberg: „Diese beiden Spiele sind seine Play-offs.“ Wer jetzt nicht sprintet, fliegt im Sommer nach Hause. Keine Tränen, keine Legendenvideos, nur knallharte Leistung.

Sané selbst schwieg bisher. Kein Statement, keine Instagram-Story. Stille kann Strategie sein – oder Ratlosigkeit. Die Mannschaft fragt sich: Hat er noch den Biss, wenn neben ihm Musiala, Wirtz und Sané 2.0 auflaufen?

Warum nagelsmann trotzdem winkt

Warum nagelsmann trotzdem winkt

Der Bundestrainer braucht LinksFuß-Alternativen, die Erfahrung atmen. Die Türkei mag keine Elite-Liga sein, doch 21 Einsätze in fünf Monaten schaffen Rhythmus – etwas, das Coman und Gnabry in München vermissen lassen. Sanés Physis ist intakt, die Zahlen passen. Jetzt muss er die Kante zeigen.

Effenberg legt den Finger in die Wunde: „Er muss lernen, dass Dribbling allein keine Eintrittskarte mehr ist.“ Die Analyse der Champions-League-Niederlage liefert das Skript: nur 56 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen, kein Torschuss aus zentralen Laufwegen. Nagelsmann sammelt Daten wie ein Börsenmakler.

Die entscheidung fällt in 180 minuten

Die entscheidung fällt in 180 minuten

Am 25. Mai verkündet Nagelsmann den Kader. Bis dahin hat Sané exakt 180 Spielminuten, um sich festzukicken. Effenberg mahnt: „Zeit verschenken heißt: Adieu Karriere-Highlight.“

Sané kennt die Szenerie. 2018 musste er zusehen, wie der DFB nach Russland flog – ohne ihn. 2026 will er dabei sein. Die Frage ist nicht mehr, ob er kann. Die Frage ist, ob er will. Die Antwort liefert er selbst – auf dem Rasen, nicht im Netz.

Wenn er gegen die Schweiz die erste Druckwelle löst und gegen Ghana den Assist zum Sieg schlägt, bucht er seinen Platz. Bleibt er blass, bucht er Urlaub. Effenberg formuliert es hart: „Dann war’s das mit der WM. Punkt. Aus. Vorbei.“