Edin dzeko fliegt zwei spiele raus – schalke verliert seinen 40-jährigen anführer zum saisonknackpunkt

Der Geburtstagsschlag wurde zur Bühne: Edin Dzeko, Schalkes bosnischer Torjäger und Tabellenprimus der 2. Bundesliga, muss zwei Partien zuschauen. Das DFB-Sportgericht verhängte am Montag die Sperre nach Rot gegen Hannover – und trifft damit den Revierclub mitten in die heiße Aufstiegsphase.

Die Szene? 52. Minute, 2:0 für Schalke, Dzeko wirbelt im Strafraum, Husseyn Chakroun stürzt. Der Schiedsrichter Robin Braun zückt Rot – wegen eines Tritts auf Bauchhöhe, den der Stürmer selbst als unbeabsichtigt bezeichnete. Die Folge: Dzeko fehlt Samstag beim Spitzenspiel in Darmstadt und am Ostersonntag gegen Karlsruhe. Ein Doppelschlag, der Schalke die Luft rauben kann.

Miron muslic attackiert schiri: „fehlendes fingerspitzengefühl“

Miron muslic attackiert schiri: „fehlendes fingerspitzengefühl“

Trainer Miron Muslic ließ seiner Wut nach dem 2:2 freien Lauf: „Man muss die Situation lesen. Ein 40-Jähriger, nie vorher Rot, und dann sofort die Härte des Regelwerks?“ Braun steht nun im Kreuzfehr der Klub-Führung. Sportdirektor Youri Mulder kündigte an, prüfe einen offiziellen Protest – sollte die Sperre nicht auf zwei Spiele begrenzt bleiben.

Die Zahlen sprechen für sich: Ohne Dzeko kassierte Schalke innerhalb von 120 Sekunden zwei Gegentore und verspielte die große Chance, die Spitzenposition auf fünf Punkte auszubauen. Mit ihm sind es 14 Tore in 24 Partien, ohne ihn nur zwei Siege in den letzten sieben Spielen. Die Dependenz ist offensichtlicher denn je.

Die nächsten Gegner sind keine Geschenke. Darmstadt 98 empfängt mit 31 Punkten aus den letzten 13 Heimspielen, Karlsruhe kommt als Aufstiegskandidat mit der besten Auswärtsbilanz der Rückrunde. Für Schalke heißt es nun: System umstellen oder untergehen. Die Wette läuft auf Risiko.

Die Uhr tickt. Die Länderspielpause bietet nur eine Woche Atempause, doch Dzeko wird nicht dabei sein. Seine Erfahrung, seine Präsenz, seine Tore – alles fehlt. Die Knappen müssen beweisen, dass sie auch ohne ihren Captain bestehen können. Die Antwort darauf entscheidet mit über Aufstieg oder Play-off-Stress. Und über die Frage, ob die 40-Jahres-Feier am Ende doch nur ein Scherbenhaufen wird.