Ebola-angst platzt wm-testspiel kongo gegen chile
Ein Schock kurz vor
dem WM-Start: Das für den 9. Juni geplante Testspiel zwischen der kongolesischen Nationalmannschaft und Chile in La Linea de la Concepción wurde aufgrund wachsender Besorgnis über den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo abgesagt. Bürgermeister Juan Franco zog die Notbremse – eine Entscheidung, die nun den ohnehin schon turbulenten Vorbereitungen der Kongolesen einen weiteren Dämpfer versetzt.
Gesundheit geht vor, auch im fußball
Die Absage erfolgte auf Anordnung des Gesundheitsdienstes der Regionalregierung von Andalusien, der die gesundheitliche Vorsicht über alle sportlichen Interessen stellt. Franco betonte, dass es alternative Spielorte gebe und auch die Austragung ohne Publikum möglich sei, doch angesichts der aktuellen Lage sei die Annullierung die einzig verantwortungsvolle Entscheidung. Sébastien Desabre, der Trainer der DR Kongo, zeigte sich pragmatisch: „Wir halten uns an die Vorgaben der FIFA und stehen in engem Kontakt mit den Ärzten.“
Der Ausbruch des tödlichen Virus in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes stellt die kongolesische Nationalmannschaft vor erhebliche logistische Herausforderungen. Die Mannschaft hatte gehofft, in Houston, Texas, eine komfortable Basis für die Weltmeisterschaft zu finden – ein Traum, der nun durch die strikten Einreisebestimmungen des Weißen Hauses getrübt wird. Andrew Giuliani, WM-Verantwortlicher des Weißen Hauses, hatte bereits angekündigt, dass alle kongolesischen Spieler sich für drei Wochen in einer Art „Blase“ isolieren müssten, um die Einreise zu gewährleisten.
Die FIFA scheint sich der Lage bewusst zu sein. Während die Kongolesen ihr Trainingslager in Belgien fortsetzen und sich auf das Freundschaftsspiel gegen Dänemark vorbereiten, bleibt die Frage, ob und wie die Pandemie die WM-Teilnahme des Teams beeinflussen wird. Auch Mexiko hat bereits reagiert und die Einreise für Reisende aus Uganda, der Demokratischen Republik Kongo und dem Südsudan eingeschränkt. Die anstehenden Spiele gegen Kolumbien in Guadalajara und Usbekistan in Atlanta stehen somit unter einem ungewissen Stern.
Die Situation verdeutlicht, dass die Weltmeisterschaft 2026 nicht nur ein sportliches Großereignis ist, sondern auch eine Herausforderung für die internationale Gesundheitspolitik darstellt. Während die Spieler trainieren und ihre Taktiken verfeinern, ringen Regierungen und Gesundheitsbehörden um die Eindämmung gefährlicher Krankheiten – ein Wettlauf gegen die Zeit, dessen Ausgang die WM nachhaltig beeinflussen könnte.
