Dzeko fällt nach wm-krimi aus – schalke droht der nächste hammer
Edin Dzeko lag im Gras, das rechte Schultergelenk schien zu brennen, und in diesem Moment war nichts mehr von dem Triumph zu spüren, für den er 120 Minuten lang gekämpft hatte. Bosnien-Herzegowina steht nach dem 4:1 im Elfmeterschießen gegen Italien bei der WM, doch der Kapitän muss als gebrochener Held feiern.
Die Szene, die alles entschied, passierte in allerletzter Sekunde. Davide Frattesi grätschte in der Nachspielzeit der Verlängerung, Dzeko ging mit vollem Körpereinsatz dazwischen, wurde getroffen und fiel auf die Schulter. Schiedsrichter Clement Turpin pfiff ab, doch für den 40-Jährigen war das Spiel schon vorbei. Kein Schritt mehr, kein Schuss. Kein Platz auf dem Zwölfmeterpunkt.

Die schulter klatscht, der traum lebt – aber ohne den traumer
Während seine Kollegen sich für das Duell vom Punkt wärmten, saß Dzeko mit Eisbeutel und schmerzverzerrtem Gesicht auf der Bank. Nikola Katic übernahm die Verantwortung, verwandelte. Gianluigi Donnarumma parierte zweimal, Esposito und Cristante trafen nicht. Die Bosnier jubelten, doch ihr Anführer konnte den rechten Arm kaum heben.
Die improvisierte Trage aus Tape, die man ihm anriss, war kein Ritterschlag, sondern eine Notlösung. Dzeko feierte mit der Mannschaft, aber jede Umarmung schmerzte. Noch in der Nacht stand keine Diagnose, doch der erste Verdacht der Teamärzte lautet: Schultereckgelenk, möglicherweise Bandstruktur, vielleicht sogar Klavikula. Eine Untersuchung im MRT ist geplant.
Für Schalke 04 ist das der nächste Schock. Die Königsblauen hängen in der 2. Bundesliga am Traum vom sofortigen Wiederaufstieg und sind auf Dzekos Torjägerinstinkt angewiesen. Sechs Treffer in acht Partien seit Winterwechsel – kein anderer Neuzugang lieferte so viel Impact. Fällt der Stürmer länger aus, fehlt nicht nur ein Goalgetter, sondern die mentale Zugspitze im Klassenzimmer der Aufstiegsaspiranten.
Die Saison ist erbarmungslos eng. Am Samstag steht das Revierderby gegen Bochum an, danach reisen die Schalker nach Hamburg. Trainer Karel Geraerts muss nun planen, ohne seinen Plan A. Die Rückkehr von Simon Terodde aus dem Tal der Schatten wird beschleunigt, doch der Kapitän ist selbst erst wieder auf dem Weg zurück nach einer Oberschenkelverletzung. Moritz-Broni Kwarteng und Kenan Karaman übernehmen wohl das Offensivkommando – ein Duo, das zusammen noch nicht annähernd Dzekos Präsenz besitzt.
Die Bosnier haben ihren Lohn, Deutschland hat sein Problem. Dzeko flog noch in der Nacht nach Gelsenkirchen, Schulter fixiert, Blick starr. Wer weiß, wie lange er nun ausfällt? Die Antwort liegt zwischen Röntgen und Realität. Und zwischen den beiden steht ein Club, der sich gerade wieder aufrichtet – und nun um seinen letzten Hoffnungsträger bangt.
