Düsseldorf vor braunschweig: lotka wieder zwischen den pfosten, lazarett quält anfang

Fortuna Düsseldorf flog auf Rang sieben, doch der nächste Gegner kommt – und mit ihm der nächste personelle Tiefschlag. Am Samstag (13 Uhr, Live! bei kicker) treten die Rheinländer bei Eintracht Braunschweig an, ohne dass Trainer Markus Anfang auch nur annähernd Planungssicherheit hat. Drei Ausfälle sind neu, einer bahnt sich an, ein anderer kehrt zurück. Kurz: Das Krisen-Bingo geht in die nächste Runde.

Keine grüne ampel für kastenmeier – lotka steht bereit

Florian Kastenmeier, Kapitän und letzte Konstante zwischen den Pfosten, trainierte am Dienstag nur als Zuschauer. „Bei Flo gibt es noch keine Freigabe der Ärzte“, sagt Anfang. Die Augenverletzung vom Nürnberg-Spiel nagt weiter. Sollte der 29-Jährige erneut ausfallen, übernimmt Marcel Lotka. Der 24-Jährige kassierte beim 1:0 in Franken keine Gegentor-Note 3,0 und wirkt wie ein Mann, der seine Chance endlich wahrnimmt. „Er hat Ruhe ausgestrahlt, keine Bälte versenkt“, lobt Anfang, ohne zu viel Zucker zu streuen.

Doch die echte Sorgenliste beginnt vor dem Tor. Christopher Lenz zog sich eine Wadenverletzung zu, Christian Rasmussen fasst sich an die Adduktoren, Tim Rossmann riss sich den Oberschenkel – alle drei fallen aus. Rossmanns Pech ist dabei fast schon makaber: gerade zurück aus monatelanger Zwangspause, schon wieder auf der Streckbank. „Ich gehe nicht davon aus, dass sie gegen Braunschweig dabei sein werden“, sagt Anfang knapp. Die Worte klingen, als hätte er sie schon zu oft gesagt.

Lunddal zurück, schmidt fehlt bis 2025

Lunddal zurück, schmidt fehlt bis 2025

Valgeir Lunddal ist wenigstens ein kleiner Hoffnungsschimmer. Der Isländer absolviert wieder Läufe, noch allein, aber immerhin. Die Langzeitverletzten Kenneth Schmidt (Kreuzbandriss), Hamza Ansari (Schulterluxation) und Jordy de Wijs (Adduktoren) bleiben indes außen vor. Julian Hettwer hinkt nach seiner Meniskus-OP hinterher. Anfang spricht nicht mehr von Wochen, sondern von „Phasen“. Das klingt nach Dauerbaustelle.

Die Tabelle täuscht. Sechs Spiele ohne Niederlage, zwei Siege in Serie – das alles wirkt wie ein Schleier über einem Kader, der sich buchstäblich dezimiert. Braunschweig wartet mit nur einer Niederlage aus den letzten fünf Partien, die Aufgabe also richtungsweisend im wahrsten Sinne. „Wir müssen wieder umbauen“, sagt Anfang. Er meint es buchstäblich: neue Kette, neues Mittelfeld, neue Anlaufstelle vor dem Tor. Und das in einer Liga, in der sich Fehler sofort rächen.

Die Zahlen dahinter: 12 verletzte Spieler seit Saisonbeginn, 8 Ausfälle mit mehr als vier Wochen Pause, 3 Operationen. Das ist kein Pech mehr, das ist ein Muster. Und es frisst Energie, weil jede Trainingseinheit zunächst einmal heißt: Wer ist eigentlich da? Anfangs Blick wandert über das Feld, er zählt stumm mit. Die Mannschaft, die am Samstag in Braunschweig anpfift, wird wieder eine Notlösung sein – nur dass sich niemand mehr wundert, wenn sie trotzdem gewinnt. So funktioniert diese Zweite Liga: Sie belohnt den Mutigen, aber bestraft den Verletzten. Fortuna steht zwischen beiden Polen. Und draußen wartet schon das nächste Lazarett-Zimmer.