Dresden wirft 1:0 weg: paderborn dreht mit zwei späten köpfen die partie

Vincent Vermeij hatte das Leder schon in der 32. Minute per Kopf versenkt, doch am Ende standen die SGD-Spieler mit leeren Händen da. Die 1:2-Auswärtsniederlage beim SC Paderborn schleudert Dynamo Dresden am 27. Spieltag zurück in den Strudel des Abstiegskampfs.

Stamm-elf verpasst die vorentscheidung

Die Elf von Trainer Thomas Stamm dominierte weite Strecken, ließ in Hälfte eins ein Powerplay vermissen und scheiterte nach der Pause mehrfach am Aluminium. Bobzien traf nur den Querbalken (54.), dafernor verschoss aus fünf Metern (63.). Die vergebenen Großchancen waren Gift: Steffen Tigges, erst zur Pause eingewechselt, nickte zweimal per Kopf die Paderborner Wende herbei (66., 85.).

Die Zahlen sind vernichtend: Nach 27 Spieltagen hat Dresden 28 Punkte, liegt damit nur zwei Zähler über dem Relegationsrang, muss aber am kommenden Wochenende beim Tabellenzweiten antreten. Die Tordifferenz von minus acht zeigt, dass es nicht nur an Chancenverwertung mangelt, sondern auch an der Defensivdisziplin in den letzten 15 Minuten.

Die Stimmung pendelte im Benteler-Arena zwischen Ekstase und Frust. 3.000 mitgereiste Dresdner sahen zunächst mutige Offensivaktionen, dann die kalte Dusche. „Wir haben die Partie in der ersten Stunde nicht entschieden, das bestraft die 2. Bundesliga gnadenlos“, sagte Stamm nach Abpfiff mit hohlen Augen.

Was jetzt zählt: punkte gegen direkte konkurrenten

Was jetzt zählt: punkte gegen direkte konkurrenten

Der Blick auf den Spielplan verheißt wenig Erleichterung. Mit Spitzenreiter Köln und Aufstiegsaspirant Schalke warten zwei Gegner, die ebenfalls noch etwas Zählbares wollen. Die restlichen sieben Partien werden darüber entscheiden, ob der Verein erneut in die dritte Liga rutscht oder die Kurve kriegt.

Die Leihgabe Vermeij bleibt trotz seines siebten Saisontreffers Realist: „Wir sind sauer, aber nicht gelaufen. Jetzt heißt es, die Köpte hoch und in zwei Tagen wieder voll auf Trainingsplatz.“ Die Worte klingen tapfer, doch die Uhr tickt unbarmherzig. In 42 Tagen ist Saisonende – bis dahin muss Dresden mindestens vier Siege holen, will man nicht wieder vom Grün des Profifußballs Abschied nehmen.