Dresden: eskalation bei dynamo-hertha-spiel – polizei ermittelt gegen hooligans
Dresden ist Schauplatz einer Nacht des Chaos gewesen. Bei der Zweitligapartie zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC kam es zu schweren Ausschreitungen, die nun die Ermittlungsbehörden auf den Plan gerufen haben. Ein interner Polizeibericht, exklusiv vorliegend bei BILD, enthüllt brisante Details zum Ablauf der Ereignisse und gibt Aufschluss über die Hintergründe der Eskalation.
Diebe im block und pyro-show als ablenkung
Der Funke für die blutige Auseinandersetzung schien ein Diebstahl zu sein. Das Banner des „Förderkreis Ostkurve e.V.“ war anscheinend sicher im Gästebereich angebracht, als Dynamo-Ultras, unterstützt von der dichten Rauchentwicklung, die durch eine Pyroshow der Hertha-Fans ausgelöst wurde, zugriffen. Zeugen berichten einmütig, dass die Täter vom Dach des Blocks aus handelten und die Fahne von hinten stahlen – ein kalkulierter Schachzug, der die Verwirrung nutzte.
Ein auffälliger Umstand ist die Rolle eines vermeintlichen Ordners, der vor dem Vorfall direkt vor der später gestohlenen Fahne stand. Er war die einzige Sicherheitskraft, die zu diesem Zeitpunkt an dieser Position zu finden war. Die Vereine verurteilten die Vorkommnisse scharf und sprachen von einem „massiven Schaden für den ganzen Fußball“, während die Debatte über härtere Maßnahmen im Profifußball neu entfacht wurde.

Eskalation und verletzte
Als die Hertha-Fans den Diebstahl bemerkten, eskalierte die Situation rasch. Oberhalb des S-Blocks versammelten sich wütende Anhänger, während andere aus dem T-Block in den Innenraum eindrangen. Ein Dynamo-Chaot griff einen Ordner an und verletzte ihn schwer – der Mann musste mit mehreren gelockerten Zähnen ins Krankenhaus gebracht werden. Insgesamt zählte die Polizei 24 Verletzte, darunter auch 13 Personen, die durch Pfefferspray verletzt wurden.
Die Situation beruhigte sich erst um 21:05 Uhr, als die Hertha-Ultras die Blöcke S und T verlassen hatten. Den vor Ort befindlichen Polizisten gegenüber gaben sie an, nach Hause fahren zu wollen, da sie die gestohlene Fahne nicht zurückerobern konnten. Shuttle-Busse wurden für 600 Fans bereitgestellt, während 50 den Weg zu Fuß antraten.

Massive polizeipräsenz und unterstützung von anderen vereinen
Für die Bewältigung der Ausschreitungen waren 717 Polizisten im Einsatz, unterstützt von sechs Dienstpferden, vier Diensthunden, zwei Wasserwerfern und einem Hubschrauber. Die Ermittlungsgruppe „Fahne“ mit 14 Beamten wertet nun über 330 Gigabyte Videomaterial aus. Es stellte sich heraus, dass beide Ultra-Lager Unterstützung von befreundeten Vereinen erhielten: 20 Ultras des FSV Zwickau unterstützten Dynamo, während fünf Anhänger aus Karlsruhe die Berliner Fans unterstützten. Auch fünf Hooligans des BFC Dynamo waren anwesend.
Die Polizei identifizierte insgesamt 16 „Störergruppen“, darunter sieben aus Hertha-Lagern (Crew 08, Harlekins Berlin, Hauptstadtmafia 03, Hertha BSC Hooligans, Kaliber 030, Ragazzi della Curva, Young & Free) und sechs aus Dynamo-Kreisen (Bautzen Supporters, Devils Dynamo, Dresden-Ost, Dresden-West, OSL-Bande, Ultras Dynamo). Die Zahl der gewaltbereiten Fans (Kategorie B) betrug bei Dynamo 350, bei Hertha 350, und sogar 100 Anhänger wurden als gewaltsuchend (Kategorie C) eingestuft. Polizeipräsident Lutz Rodig betonte: „Unsere Aufgabe ist es, die Abläufe der Ausschreitungen zu erhellen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.“
Die Ereignisse in Dresden werfen ein düsteres Licht auf die Szene und machen deutlich, dass die Gewalt im Fußball weiterhin ein ernstes Problem darstellt. Die Ermittlungen werden zeigen, welche Strafen die Verantwortlichen für ihre Taten erwarten.
