Draisaitl schreibt nhl-geschichte: fünf punkte gegen stützle und tkachuk
Ein Spiel, zwei deutsche Stars – und am Ende stand Leon Draisaitl als Ein-Mann-Armee da. Mit zwei Toren und drei Assists schraubte der Kölner die Edmonton Oilers zum 5:4-Sieg nach Verlängerung gegen die Ottawa Senators und war an jedem einzelnen Treffer beteiligt. Die Botschaft an die Liga: Der olympische Fahnenträger ist zurück im Turbo-Modus.
Draisaitl überrennt stützle und tkachuk
Tim Stützle lieferte mit zwei Vorlagen eine starke Vorstellung, doch Draisaitl war unbändig. Schon im ersten Drittel erzielte er beide Oilers-Tore, hielt sein Team mit dem Hacken am Leben. Die Senators zogen durch zwei weitere Treffer davon, doch Draisaitl servierte erst den Anschlusstreffer, dann den Ausgleich. Die Zahlen sprechen Bände: Erstmals seit 1.200 Tagen sammelte er wieder fünf Scorer-Punkte in einem Spiel.
Die Verlängerung wurde zur Farce für Ottawa. Kapitän Brady Tkachuk, frisch von Olympia mit Gold, landete ein Grätsch-Bein und kassierte die entscheidende Strafe. In der numerischen Überzahl schlenzte Evan Bouchard die Scheibe zum Siegtreffer – natürlich nach Vorarbeit von Draisaitl. Die Oilers bleiben damit in der Playoff-Zone, während Ottawa wieder abrutscht.

Die luft wird dünner im westen
Die Western Conference ist ein Pulverfass. Edmonton hat nur noch einen Zähler Vorsprung auf die Verfolger, jeder Punkt zählt doppelt. Draisaitl selbst nimmt’s mit der Coolness eines Spielers, der weiß, dass die Saison erst beginnt: „Wir nehmen jeden Punkt mit, aber wir wissen auch, wo wir schrauben müssen.“ Die Härte der Wahrheit: Die Oilers haben 18 Spiele, um sich nicht wieder in die Krise zu laufen.
Für Stützle bleibt die Erkenntnis, dass Talent allein nicht reicht. Mit 22 Jahren ist er der kreative Motor der Senators, aber gegen Draisaitl wirkte er wie ein Schüler, der vom Lehrmeister eine Lektion erhält. Die Senators rutschen auf Rang elf im Osten ab – zu viele individuelle Fehler, zu wenig Kaltblütigkeit in entscheidenden Sekunden.
Die NHL-Saison ist kein Marathon mehr, sondern ein Sprint. Und Draisaitl hat gerade die Schuhe geschnürt.
