Draisaitl: olympia-gold genauso wertvoll wie der stanley cup?
- Leon draisaitl träumt von olympia – und stellt den traum auf eine stufe mit dem stanley cup
- Olympia als kindheitstraum
- Erinnerungen an den vater und das legendäre spiel von 1992
- Deutsche mannschaft: medaillenchancen und realismus
- Teamgeist und frühere weggefährten
- Wette mit mcdavid und die stärke kanadas
- Potenzial für deutschland
Leon draisaitl träumt von olympia – und stellt den traum auf eine stufe mit dem stanley cup
Leon Draisaitl, der 30-jährige Eishockeystar, spricht offen über seine Prioritäten: den Stanley Cup und die Olympischen Spiele. Viele würden erwarten, dass er sich für den begehrten Stanley Cup entscheidet, doch Draisaitl überrascht. "Viele denken wahrscheinlich, ich sage Stanley Cup. Weil ich schon seit einigen Jahren versuche, ihn zu gewinnen und er über allen persönlichen Auszeichnungen stehen würde. Aber ich würde Olympia-Gold auf einer Stufe sehen. Zumal es sich irgendwie unrealistischer anfühlt.", so Draisaitl.

Olympia als kindheitstraum
Für Draisaitl ist Olympia mehr als nur ein Turnier – es ist ein Kindheitstraum. "Olympia ist das Größte, was es gibt für einen Sportler. Schon als Kind saß ich vor dem Fernseher und habe den ganzen Tag Olympia geschaut, am liebsten natürlich die Eishockeyspiele. Ich habe zu den Sportlern aufgeschaut, und mein Traum war, das auch einmal zu erleben.", erinnert er sich. Dieser Traum wird nun Wirklichkeit.

Erinnerungen an den vater und das legendäre spiel von 1992
Die Familiengeschichte spielt ebenfalls eine Rolle. Sein Vater, Peter Draisaitl, schrieb 1992 Olympia-Geschichte mit einem umstrittenen Penalty im Viertelfinale gegen Kanada. "Natürlich! Unzählige Male! Ich habe auch mit meinem Vater darüber gesprochen und ihn aufgezogen: Er hätte damals besser mehr Krafttraining machen sollen, dann hätte er härter schießen können – und der Puck wäre über die Linie gerollt (lacht).", scherzt Draisaitl.

Deutsche mannschaft: medaillenchancen und realismus
Was ist für die deutsche Mannschaft bei Olympia möglich? Draisaitl ist realistisch: "Wir sind hier, um eine Medaille zu gewinnen. Aber ich bin auch Realist. Wir sind bestimmt nicht die Favoriten, wenn wir gegen Kanada, USA oder Schwedenspielen. Von daher brauchen wir ein kleines Wunder. Aber wir sind auf jeder Position gut besetzt, und ich glaube, dass wir die Großen ärgern können.".
Teamgeist und frühere weggefährten
Der Teamgeist der deutschen Mannschaft soll an das erfolgreiche Jahr 2018 anknüpfen. "Jedes Turnier schreibt seine eigene Story. Jetzt sind ganz andere Spieler dabei. Aber mich würde sehr freuen, wenn wir diesen Teamgeist und diese Euphorie wieder hinbekommen. Wir müssen schnell als Mannschaft zusammenwachsen.". Draisaitl freut sich besonders über die Wiedersehensfreude mit alten Bekannten: "Mit Freddy Tiffels ist mein bester Freund und Trauzeuge in der Mannschaft. Moritz Müller kenne ich schon ewig, mit ihm habe ich engen Kontakt.".
Wette mit mcdavid und die stärke kanadas
Eine Wette mit seinem Teamkollegen Connor McDavid steht noch nicht an, könnte aber noch folgen. McDavid hält die deutsche Mannschaft für gefährlich. Draisaitl sieht Kanada als leicht favorisiert gegenüber den USA. Er hofft, dass das olympische Turnier die Popularität des Eishockeys in Deutschland weiter steigern wird: "Ich glaube, Eishockey hat ein Riesenpotenzial, das noch nicht ausgeschöpft ist. Ich helfe gern, die Sportart in Deutschland zu pushen.".
Potenzial für deutschland
Draisaitl ist zuversichtlich, dass die deutsche Mannschaft auch mit den NHL-Stars die Sportart in Deutschland populärer machen kann. Er sieht ein großes Potenzial und möchte dazu beitragen, den Eishockeysport weiter voranzutreiben.
