Doué-brüder: vom schattenlicht ins rampenlicht – kann guéla jetzt glänzen?
Désiré Doué, das Wunderkind des FC Rennes, der Champions-League-Sieger und der gefeierte Shootingstar – sein Name hallt in der Welt des Fußballs wider. Sein älterer Bruder Guéla hingegen, lange im Schatten des talentierten Jüngeren, scheint nun endlich bereit zu sein, seine eigene Geschichte zu schreiben. Mit Costa de Marfil bei der Weltmeisterschaft kann er beweisen, dass er mehr ist als nur der Bruder eines Superstars.
Ein leben im schatten des bruders
Während Désiré für enorme Ablösesummen zu Paris Saint-Germain wechselte und in der Königsklasse Erfolge feierte, kämpfte Guéla darum, seinen Platz zu finden. Drei Jahre Altersunterschied mögen gering erscheinen, doch in der Welt des Profifußballs können sie eine Welt bedeuten. Guéla wuchs mit dem Bewusstsein auf, ständig mit den Leistungen seines Bruders verglichen zu werden. Die ständigen Kritiken – „Er ist nur hier, weil er Désires Bruder ist“ – nagten an ihm, doch er ließ sich nicht unterkriegen.
“Ich habe mich darauf konzentriert, auf mich selbst zu achten, denn ich wusste, dass meine Zeit kommen würde“, so Guéla über die schwierige Zeit. Und diese Zeit scheint nun gekommen zu sein. Der Wechsel zu Straßburg war ein wichtiger Schritt, um sich zu beweisen und den Beweis zu erbringen, dass er nicht nur vom Namen seines Bruders profitiert.
Die Zahlen lügen nicht: In der Ligue 1 war Guéla in dieser Saison in 31 von 34 Spielen gesetzt – eine beachtliche Leistung, insbesondere wenn man bedenkt, dass er fast 60 Tage verletzungsbedingt ausfiel. Mit einem Durchschnitt von 15,9 progressiven Aktionen pro Spiel, der drittbesten Effizienz im Luftduell und der zweitenzahl an erfolgreichen Pässen unter Druck zeigt er, dass er ein wichtiger Bestandteil des Teams ist.

Die wahl für costa de marfil – ein neuanfang
Der entscheidende Wendepunkt kam, als Guéla die Entscheidung traf, für Costa de Marfil zu spielen – ein Land, das er schon als Kind in seinem Herzen trug. Trotzdem, nie als Plan B. “Ich habe es schon immer gewollt, seit ich klein war. Ich habe Fotos mit dem Trikot”, erklärte er.
Diese Entscheidung, fernab des Rampenlichts seiner Bruder, ermöglichte es ihm, sich voll und ganz auf sein Spiel zu konzentrieren und in Costa de Marfil zum gefeierten Helden zu werden. Mit 20 Länderspielen im Rücken und einem Afrika-Cup-Titel in der Tasche, hat er bewiesen, dass er ein wichtiger Spieler für sein Land ist.
Der jüngste Sieg gegen Frankreich, bei dem Guéla nicht nur den Ausgleichstreffer erzielte, sondern auch mit einer Vorlage zum Sieg führte, war der krönende Abschluss seiner bisherigen Karriere. Der Treffer – ein perfekter Lauf in die Tiefe und ein präziser Abschluss gegen Maignan – war ein Statement an die Welt: Guéla Doué ist kein Schatten mehr, er ist ein Licht für sich.
“Es ist schade, dass wir nicht zusammen auf dem Platz standen. Ich bin stolz auf ihn und weiß, dass er es auch von mir”, sagte Guéla nach dem Spiel, während Désiré von der Bank aus stolz zusah. Ein Moment der Geschwisterlichkeit, der zeigte, dass die Rivalität zwischen den Brüdern sie nur noch stärker gemacht hat.
Mit Blick auf die Weltmeisterschaft in Katar ist Guéla Doué bereit, seinen Stern zu erheben. Frankreich mag aktuell Probleme haben, auf dem Rechtsverteidigerposten eine gleichwertige Alternative zu finden, doch Guéla hat bewiesen, dass er bereit ist, die Herausforderung anzunehmen. Ob er nun als Held gefeiert wird oder nicht, eines ist sicher: Guéla Doué hat endlich seinen eigenen Weg gefunden – und die Welt wird zuschauen, wie er ihn beschreitet.
