Dortmund vor dem halbfinal-sprint: kann bvb den titel holen?

Die Handball-Bundesliga der Frauen steht vor einem neuen Kapitel. Nach der überraschenden Insolvenz des Serienmeisters HB Ludwigsburg sind die Playoffs so offen wie selten zuvor. Borussia Dortmund geht zwar als Favorit ins Rennen, doch der Weg zum Titel wird alles andere als ein Selbstläufer.

Ein alter rivale, ein neuer kampf

Ein alter rivale, ein neuer kampf

Die Nachricht von der Insolvenz Ludwigsburgs schockierte die Liga, bot aber gleichzeitig auch anderen Teams die Chance, um den Titel zu kämpfen. Dortmund, als Pokalsieger und Tabellenzweiter, gilt nun als Top-Anwärter. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Bensheim-Auerbach, Blomberg-Lippe und der Thüringer HC sind hungrig und bereit, den BVB herauszufordern.

Ein Blick zurück auf das „Battle der Besten“ im März zeigt, dass Dortmund zwar den Pokal holte, die Konkurrenz aber keineswegs chancenlos war. Die HSG Bensheim-Auerbach wurde Zweiter, Blomberg-Lippe Dritter und der Thüringer HC Vierter. Das zeigt, dass die Teams auf Augenhöhe spielen und ein spannender Kampf erwartet wird.

Die entscheidende Rolle spielt die Erfahrung. Dortmund kann auf eine Reihe erfahrener Spielerinnen zurückgreifen, darunter Alina Grijseels und Kelly Vollebrecht, die bereits 2021 die Meisterschaft feierten. Besonders Neuzugang Guro Nestaker, die von HB Ludwigsburg kam, hat sich schnell in die Mannschaft integriert und bewiesen kann, dass sie auf höchstem Niveau mithalten kann. Ihre Wahl zur MVP beim Pokal-Wochenende bestätigt ihre Bedeutung für das Team.

Trainer Henk Groener steht vor seiner letzten Saison an der Seitenlinie. Sein Abschied soll mit dem Gewinn der Meisterschaft gekrönt werden. Er hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung bei Dortmund vollzogen und die Mannschaft zu einem echten Titelanwärter gemacht. Kay Rothenpieler wird ihm in der kommenden Saison nachfolgen – ein Wechsel, der aber vorerst keine Auswirkungen auf die aktuellen Ziele hat.

Die Statistiken sprechen für Dortmund. In den letzten direkten Duellen gegen die potenziellen Finalgegner konnten die Dortmunderinnen ihre Überlegenheit demonstrieren. Doch wie sagte Ilka Fickinger, Trainerin von Bensheim-Auerbach: „Wir wissen, dass es eine schwere Aufgabe wird, aber wir glauben an uns.“

Die Favoritenrolle bedeutet Druck, aber auch die Chance, Geschichte zu schreiben. Mit einer Mischung aus Erfahrung, Talent und dem unbedingten Willen zum Sieg kann Borussia Dortmund den Titel holen und Henk Groener einen würdigen Abschied bereiten. Die Playoffs versprechen packende Spiele und ein dramatisches Finale.