Dortmund schreibt xg-geschichte und jagt den hsv mit drei elfern
Der BVB dreht einen 0:2-Rückstand, jagt einen Expected-Goals-Wert von 6,2 und bekommt drei Strafstöße – das gab es in der Bundesliga noch nie. Am Ende steht ein 3:2 gegen den HSV, doch die Zahlen lauter als der Jubel.
Die zweite hälfte war ein einziger angriff
0:2 zur Pause, 3:2 nach 90 Minuten – und dazwischen 45 Minuten Pure-Angriff. Die Dortmunder feuerten 15 Schüsse ab, der HSV keinen einzigen. Der xG-Zähler kletterte auf 6,2, seit der Datenerhebung 2020/21 hat kein Team in einem Bundesliga-Spiel mehr „Tore erwartet“.
Die drei Elfmeter trieben die Kurve zusätzlich nach oben. Felix Nmecha scheiterte an Daniel Heuer Fernandes, Ramy Bensebaini verwandelte eiskalt zweimal. Der dritte Strafstoß war bereits die achte Verwarnung gegen Hamburg in dieser Saison – kein Klub kassiert mehr Fouls im Sechzehner.

Kehl zieht konsequenz – und geht sofort
Statistik-Rekorde hin oder her, die Stimmung kippt am Sonntag. Sportdirektor Sebastian Kehl löst seinen Vertrag auf, kurz nachdem er sich in der Kabine für den Sieg bedankt hatte. Interne Quellen sprechen von „unterschiedlichen Vorstellungen über Transferstrategie“. Die Trennung erfolgt, bevor die Europa-League-Viertelfinals anstehen – ein Schritt, der die Meisterschafts-Träume der Schwarz-Gelben zusätzlich befeuert oder komplett zerstören könnte.
Denn die Tabelle lügt nicht: Mit 60 Toren nach 27 Spielen stellt Dortmund die effektivste Offensive der Liga. Wenn die Chancen, die der xO-Meter anzeigt, auch nur halbwegs verwandelt werden, rückt die Meisterschaft in greifbare Nähe. Die Frage ist nur, wer künftig das Heft in der Hand hält – und ob die Elf vom Trainingsplatz das Chaos im Vorstand ausblenden kann.
