Dortmund räumt die führungsetage auf: kehl weg – wer folgt als nächster?
Borussia Dortmund schmeißt die Türen im Bürotrakt auf. Nach dem Rauswurf von Sebastian Kehl schraubt der Klub nicht nur das Kader- sondern auch das Führungs-Konzept um. Die Frage ist nicht mehr, ob weitere Köpfe rollen – sondern nur noch: wann.

Kehls ende war nur der erste sprengsatz
Die Trennung vom Sportdirektor kam nicht überraschend, war aber trotzdem ein Paukenschlag. Intern galt Kehl seit Monaten als Sündenbock für die miese Bundesliga-Bilanz und das Gruppenschlamassel in der Champions League. Nun sitzt Hans-Joachim Watzke wieder am Knüppel – und der ist bekannt dafür, dass er nachsetzt, wenn er einmal schwingt.
Die nächsten auf der Abschussliste: Geschäftsführer Thomas Treß und Teammanagerin Günter. Beide gelten als verbrannt, seit die Kommunikation zwischen Trainerteam und Vorstand offenbar über WhatsApp-Gruppen lief statt über professionelle Strukturen. Wer in Dortmund intern nachfragt, bekommt nur ein Achselzucken und den Satz: „Es gibt keine heiligen Kühe mehr.“
Die Zahl, die alles sagt: 1,8 Millionen Euro. So viel Gehalt plus Boni kostete Kehl allein in dieser Saison. Geld, das der Klub lieber in einen neuen Sechser stecken würde. Deshalb fließt jedes Sparpotenzial direkt in die Transferkasse – und die Personalberater wissen das. Wer jetzt noch einen Job im Klubinneren haben will, muss liefern oder landet auf der Abschussliste.
Die Fans reagieren gespalten. Auf Twitter trendet #KehlRaus seit Tagen – aber nicht aus Jubel, sondern aus Sorge. Die Befürchtung: Watzke ersetzt einen langjährigen Vereinsmann durch einen externen Strukturreformer, der erst einmal Monate braucht, um das Westfalen-DNS zu verstehen. Der Vorstand schweigt bislang zu Details, nur so viel: „Wir werden unsere sportliche Leitung komplett neu aufstellen“, sagte Watzke nach der Mitgliederversammlung – und lächelte dabei nicht.
Die Entscheidung steht offenbar schon fest: Ein neuer Sportdirektor soll vor dem Sommertrainingslauf präsentiert werden. Kandidat Nummer eins ist laut Sport Bild Liverpool-Scout Pedro Marques, ein Portugiese mit Excel-Tabelle statt Stadionhymne. Er gilt als Datenkrake, nicht als Charismatiker – genau das Gegenteil von Kehl. Ob das passt? Die Antwort bekommt Dortmund spätestens im August, wenn die Punkte zählen und nicht mehr die PowerPoint-Folien.
Fakt ist: Wer jetzt in der Geschäftsstelle arbeitet, schaut zweimal nach rechts und links, bevor er den Drucker anschmeißt. Der Umbruch ist Realität – und er kommt mit Stahlstiefeln.
