Dortmund patzt: kobel-frust nach gladbach-klatschen

Borussia Dortmund hat sich in Mönchengladbach eine herbe Niederlage geleistet – und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Das 0:1 gegen die Fohlen verlauten nicht nur die schwache Form der Mannschaft, sondern schürte auch die internen Zweifel. Besonders Torwart Gregor Kobel wirkte nach dem Spiel sichtlich angefressen.

Kobel: „jeder muss liefern“

Kobel, der sich stets auf sein „erstes Bauchgefühl“ berufen hatte, konnte die bittere Erkenntnis kaum abschwächen: Der BVB kratzt aktuell hinter den Erwartungen. „Wir alle haben einen Vertrag unterschrieben für die ganze Saison, nicht für 31 Spiele“, betonte der Schlussmann. Seine Worte waren ein deutlicher Appell an die Mitspieler, die Leistungen zu steigern. Die Erwartungshaltung, die jeder Dortmunder Fan an die Mannschaft hat, sei enorm – und das zu Recht. Jedes Trikot, das getragen wird, verpflichtet zu Höchstleistungen.

Doch diese Verpflichtung scheint in den letzten Spielen immer schwerer in Erfüllung zu gehen. Eine Saison, die noch so vielversprechend begann, in der der BVB lange an die goldenen Zeiten unter Jürgen Klopp erinnerte, gleicht nun einem Abgesang. Der späte Treffer von Haris Tabakovic in der 88. Minute war der Genugtuungsschlag für Gladbach und das nagende Gefühl für Dortmund.

Spannungsabfall im signal iduna park?

Spannungsabfall im signal iduna park?

Die Frage, ob sich einige Spieler womöglich bereits mit der Zukunft beschäftigen, schwebte unausgesprochen im Raum. Kobel wich der Frage aus: „Ich kann nicht in die Köpfe der anderen gucken.“ Doch der Spannungsabfall des BVB ist offensichtlich. Die Meisterschaft ist dem FC Bayern Bayern weit enteilt, und die Hoffnungen im DFB-Pokal und der Champions League sind geplatzt. Drei von den letzten vier Ligaspielen gingen verloren – ein erschreckendes Zeichen für die verbleibende Zeit.

Sportdirektor Ole Book war ebenfalls nicht zufrieden: „Die Leistung war auf jeden Fall ernüchternd.“ Es fehlten die „offensiven Momente“, die für ein erfolgreiches Spiel notwendig sind. Er konnte dem Eindruck, dass die Mannschaft nicht mehr die letzte Gier zeigt, „nicht zu 100 Prozent widersprechen“. Ja, „es ist schon so, dass wir uns deutlich mehr versprochen hatten“, räumte Book ein. Die 67 Punkte nach 32 Spielen sind zwar eine beachtliche Leistung, doch die überzeugenden Auftritte blieben Mangelware.

Der Blick richtet sich nun auf das letzte Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. „Da werden wir gewinnen“, sagte Book überzeugt. Der BVB muss das Gladbach-Spiel abhaken und sich auf diesen wichtigen Abschluss konzentrieren. Es war eine enttäuschende Vorstellung, aber die Saison ist noch nicht vorbei. Es gilt, den negativen Eindruck abzustreifen und mit einem positiven Gefühl in die nächste Saison zu gehen.