Doku im würgegriff: belgische wm-hoffnungen gefährdet?
Brüssel – Jeremy Doku, das Ausnahmetalent im belgischen Kader, erlebte am Dienstag ein frustrierendes Debüt bei der Weltmeisterschaft. Erwartet als Brandbeschleuniger gegen Ägypten, fand sich der Flügelstürmer des Manchester City in einem taktischen Würgegriff wieder, der seine Qualitäten nahezu ausschaltete. Ein Zeichen dafür, dass die belgischen WM-Ambitionen möglicherweise gefährdet sind, wenn man nicht schnell eine Lösung findet.
Ägyptens plan: doku komplett aushebeln
Die ägyptische Auswahl hatte sich offenbar genau auf Doku eingestellt. Von der ersten Minute an wurde er von zwei bis drei Gegenspielern massiv bedrängt, sobald er Ballbesitz hatte. Mohamed Hany, der rechte Verteidiger des Al Ahly, erwies sich als sein persönlicher Albtraum, unterstützt von Ziko und sogar Ateya, der vom Mittelfeld kam, um Doku keinen Raum zu gewähren. Die ägyptische Abwehrkette schloss die Lücken, und Belgien fand keine Antwort auf diese taktische Meisterleistung. Die Spannung im Stadion war greifbar, besonders nach dem frühen Führungstreffer durch Ashour.
Thibaut Courtois, der belgische Torwart, bestätigte nach dem Spiel, dass er mit Omar Marmoush über die Strategie zur Eindämmung von Doku gesprochen hatte. “Ihr Plan funktionierte”, räumte Courtois offen ein.

Schiedsrichterblindheit und eigene unzulänglichkeiten
Doch es war nicht nur der ägyptische Druck, der Doku zu Fall brachte. Auch die spürbare Nachlässigkeit des Schiedsrichters Ramón Abatti trug zu seiner Frustration bei. Mehrere Fouls an Doku blieben unbestraft, was zu lautstarkem Protest von Seiten der belgischen Bank führte. “Der Schiedsrichter muss hier eingreifen,” forderte Kapitän Youri Tielemans. Doku selbst zeigte seine Verzweiflung, als er den Unparteiischen nach einer weiteren strittigen Szene anmaulte: “Leute, was ist denn hier los?”
Doch auch Doku selbst konnte an diesem Abend nicht seine gewohnte Form zeigen. Von seinen neun Dribbelversuchen waren nur drei erfolgreich. Er verlor den Zweikampf vor dem ägyptischen Tor, der zum Gegentreffer führte, und verfehlte das Tor mit einem unplatzierten Schuss. Ein Bild der zunehmenden Erschöpfung und fehlenden Durchschlagskraft.

Garcia sucht die lösungen – vergebens
Rudi Garcia, der belgische Nationaltrainer, versuchte mit taktischen Anpassungen, das Blatt zu wenden. Er tauschte Doku und Trossard aus, ließ Doku später im Zentrum agieren und brachte De Bruyne in seine Nähe. Doch nichts davon konnte die Situation grundlegend verbessern. Doku klagte über Atembeschwerden und konnte seine Leistung nicht mehr steigern. “Jeremy konnte am Ende nicht mehr alles geben”, erklärte Garcia nach dem Spiel.
Die Erkenntnis ist schmerzhaft: Doku wird bei dieser Weltmeisterschaft genauestens beobachtet werden. Ägypten hat den Weg aufgezeigt, wie man ihn neutralisieren kann, und die kommenden Gegner werden sich daran ein Beispiel nehmen. Es liegt an Belgien, schnell eine Lösung zu finden, denn ohne den quirligen Doku fehlt es den Roten Teufeln an der nötigen Durchschlagskraft, um Partien zu entscheiden. Die nächste Aufgabe gegen den Iran wird zeigen, ob Belgien aus dieser Enttäuschung die Lehren zieht und Doku wieder in Form bringt – oder ob die WM-Träume frühzeitig platzen.
