Djokovic-umzug: trainerwechsel wirft schatten auf french open-ambitionen

Paris – Novak Djokovic, der unangefochtene König des Tennisplatzes, hat kurz vor dem Start der French Open eine überraschende Entscheidung getroffen: Er arbeitet ab sofort mit Viktor Troicki zusammen. Diese Neuigkeit hat nicht nur die Tenniswelt, sondern insbesondere seinen Landsmann Miomir Kecmanovic aus der Bahn geworfen, der bis dato mit Troicki trainierte.

Verwirrung und enttäuschung in roland-garros

Kecmanovic, der sich gerade in Roland-Garros einen Sieg in der ersten Runde gegen Fabian Marozsan sicherte, zeigte sich sichtlich irritiert von Djokovics Entscheidung. „Um ehrlich zu sein, hat mich das sehr verwirrt, um nicht zu sagen schockiert!“, erklärte der 26-Jährige. Der zeitliche Ablauf der Ereignisse scheint ebenso kurios: Am 17. Mai gewann Kecmanovic noch ein Challenger-Turnier in Valencia, am folgenden Tag wurde ihm mitgeteilt, dass Troicki die Zusammenarbeit beenden würde, und bereits am Mittwoch sollte es nach Paris gehen. „Er war bereits am Dienstagnachmittag mit Novak auf Chatrier“, so Kecmanovic.

Ognjen Jovanovic übernimmt nun als Cheftrainer für Kecmanovic, der sich dennoch positiv äußert: „Es herrscht eine gute Energie, er glaubt an mich.“ Doch der Trainerwechsel wirft einen langen Schatten auf Djokovics Vorbereitung und lässt Fragen offen.

Djokovic schweigt über details

Djokovic schweigt über details

Auch Djokovic äußerte sich nach seinem hart erkämpften Sieg gegen Giovanni Mpethsi Perricard zu der Situation. Dabei wich er jedoch konkreten Details aus. „Ich habe ihn kontaktiert, wir haben gesprochen und ich habe ihm aus meiner Sicht erzählt, was passiert ist und wie es ist. Wie er es aufgenommen hat und was zwischen ihm und Viktor steht – darauf werde ich nicht eingehen. Das ist alles, was ich sagen kann“, erklärte der 24-malige Grand-Slam-Champion. Die vage Aussage lässt Raum für Spekulationen und wirft ein schlechtes Licht auf die Professionalität des Umgangs mit Kecmanovic.

Die Zusammenarbeit mit Troicki, einem alten Freund und Davis-Cup-Partner, ist für Djokovic eine Rückkehr zu vertrauten Gefühlen. Der 39-Jährige betonte die lange gemeinsame Geschichte: „Viktor kennt mich als Freund – wir kennen uns, seit wir acht oder neun Jahre alt waren. Wir kennen uns auf dem Platz, ich habe gegen ihn gespielt, ich habe mit ihm Doppel gespielt, wir haben den Davis Cup gespielt und ihn gemeinsam gewonnen.“ Eine Freundschaft, die nun offenbar über die reine sportliche Zusammenarbeit hinausgeht und die Karriere eines jungen Spielers beeinträchtigt.

Die French Open stehen vor der Tür, und Djokovic’ Entscheidung wirft Fragen nach dem Teamgeist und der Wertschätzung im Profisport auf. Ob dieser Umbruch seine Leistung auf dem Platz beeinträchtigen wird, bleibt abzuwarten.