Djokovic triumphiert – doch der schatten der vergangenheit bleibt
Paris bebte, als Novak Djokovic sich gegen den französischen Wildcard-Spieler Giovanni Mpetshi Perricard durchsetzte. Ein hart erkämpfter Sieg, der den Serben zwar in die nächste Runde brachte, doch die Frage nach seiner körperlichen Verfassung und der Jagd nach dem historischen 25. Grand-Slam-Titel offen lässt.

Ein comeback nach verletzungen und zweifel
Die letzten Monate waren für Djokovic von Rückschlägen geprägt. Nach dem verlorenen Finale gegen Carlos Alcaraz in Roland Garros folgten verpasste Turniere in Doha, Miami, Monte Carlo und Madrid. Sein Körper schien ihm zu streiken, doch der unbändige Wille des Serben ließ ihn nicht aufgeben. Er klammert sich an die Hoffnung, dass seine Fitness ihn tragen wird – so wie in Melbourne, wo er Jannik Sinner bezwang. „Wenn mein Körper mitspielt, kann ich jeden schlagen“, betonte er.
Die Hitze in Paris schien Djokovic sogar entgegenzuwirken. Nach einem Tag mit Temperaturen bis zu 31 Grad Celsius sank die Temperatur zum Spielbeginn auf angenehme 24 Grad. Ein willkommener Umstand für den 37-Jährigen, der in Rom bereits mit Atemproblemen zu kämpfen hatte. Die Abwesenheit von Carlos Alcaraz, der sich eine Handgelenksverletzung zuzog, katapultierte Djokovic in den Status des dritten Favoriten – eine Position, die er in den letzten Jahren selten einnahm.
Doch Djokovic ist ein Meister der Erfahrung. Gegen den jungen, hartnäckigen Perricard, der ihm im ersten Satz einen Satz abnötigte, bewies er seine Klasse und seine mentale Stärke. Seine Routine auf Grand-Slam-Ebene ist beeindruckend: In der Ära Alcaraz und Sinner hat er bei den letzten 14 Major-Turnieren mindestens das Halbfinale erreicht. Nur in Roland Garros 2024 musste er aufgrund einer Knieverletzung aufgeben.
Mit seinem heutigen Sieg übertraf Djokovic Roger Federer und Feliciano López und hält nun den historischen Rekord von 82 Grand-Slam-Turnieren. Rafael Nadal, der Tennis-König von Paris, verabschiedete sich mit 112 Siegen von den Sandplätzen. Djokovic ist auf seinen Siegeszug und hat bereits 102 Erfolge auf dem Konto. Um Nadals Rekord zu knacken, muss er jedoch in der nächsten Auflage wieder dabei sein.
Perricard, von der Menge bejubelt, zeigte eine beeindruckende Leistung und zwang Djokovic zu einem Kampf. Doch der Serbe fand seine Kräfte, griff tiefer in seine Erfahrungskiste und sicherte sich den Sieg. Es war, als ob er aus der Quelle ewiger Jugend schöpfte und die Pariser Nacht erneut erhellte.
