Djokovic fordert hitzeregel: „das war kein kurzes match!

Paris brodelt – und nicht nur wegen des French Open-Turniers. Novak Djokovic, der 24-malige Grand-Slam-Sieger, hat nach seinem zähen Sieg gegen Valentin Royer deutliche Worte über die unerträglichen Bedingungen in Roland Garros gefunden. Der Serbe kritisiert die fehlende Hitzeregelung und warnt vor den Folgen für die Spielergesundheit.

Drei stunden hitze: ein kampf für den körper

Der Sieg gegen Royer war hart erkämpft. Nach über drei Stunden im sengenden Paris-Wärme, wo die Temperaturen am Mittwoch 35 Grad erreichten, offenbarte Djokovic seine Besorgnis. „Ich weiß nicht, ob ich zustimme, dass das ein ‚relativ kurzes‘ Match war. Wenn man dreieinhalb Stunden auf Sand spielt, ist das lang und sehr kräftezehrend“, erklärte der Weltranglisten-Sechste nach dem Spiel. Seine Worte sind ein deutliches Signal, dass die aktuelle Situation für die Athleten an ihre Grenzen geht.

Die Frage, wie viel Hitze den Spielern noch zuzumuten ist, wird immer drängender. Djokovic verwies auf die Australian Open, wo bei extremer Hitze regelmäßig Pausen verhängt werden, um die Gesundheit der Spieler zu schützen. „Dort wurde schon ein, zwei oder sogar drei Stunden pausiert, bis der Hitzeindex wieder gesunken ist. Ehrlich gesagt finde ich das fair.“

Dramatische szenen auf court 6: mensik kollabiert

Dramatische szenen auf court 6: mensik kollabiert

Djokovic ist mit seiner Kritik keineswegs allein. Wenige Stunden später sorgte ein erschreckender Vorfall für Entsetzen: Der junge Tscheche Jakub Mensik brach nach seinem Fünf-Satz-Sieg gegen Mariano Navone plötzlich auf dem Platz zusammen. Der 20-Jährige lag regungslos auf dem roten Sand, bevor er nach mehreren Minuten und mit Hilfe des Betreuerteams den Platz verlassen konnte. Er selbst führte die Ursache in mangelnder Flüssigkeitszufuhr zurück: „Unglücklicherweise konnte ich zu Beginn des vierten Satzes meinem Körper keine Elektrolyte mehr zuführen. Ich habe aufgehört zu trinken und das war die Ursache für die Probleme.“

Diese Vorfälle unterstreichen die Notwendigkeit einer klaren Hitzeregelung bei den French Open. Während Alexander Zverev seine Partie gegen Machac problemlos gewann, zeigen die dramatischen Szenen um Mensik, dass die Hitze für viele Spieler eine ernsthafte Bedrohung darstellt. Es bleibt zu hoffen, dass die Organisatoren des Turniers schnell handeln, um die Gesundheit der Athleten zu gewährleisten.

Djokovic, der bereits sein 120. Einzelmatch in Roland Garros bestritt – ein Rekord bei einem Grand-Slam-Turnier – bleibt sportlich auf Rekordkurs. Sein Blick ist weiterhin auf den historischen 25. Grand-Slam-Titel gerichtet. Doch der Kampf gegen die Hitze könnte sich als genauso entscheidend erweisen wie der Kampf gegen die Gegner.