Diomande fällt aus: leipzigs flügelflitzer mit kapselriss in der schulter
Der Ritt auf der Rasierklinge dauerte nur 66 Minuten. Dann griff sich Yan Diomande an die linke Schulter, sein Gesicht eine Fraktur aus Schmerz, und jeder im Stadion wusste: Dieser Sieg kostet RB Leipzig einen Preis.
Die zahlen, die nagelsmann zittern lassen
5:0 gegen Hoffenheim, Platz drei in der Bundesliga, 19 Jahre alt, sieben Scorerpunkte in den letzten fünf Partien – und nun diese Diagnose: Kapselverletzung, keine Operation, aber Länderspielpause statt Elfenbeinküste. Die Rechnung ist schnell gemacht: Leipzig verliert gerade den Spieler, der die letzten drei Siege mit seinen Tempo-Gegenstößen erst möglich machte.
Was niemand sah: Im Zweikampf mit Alexander Prass riss etwas in der Schulter des Ivorers. Er spielte weiter, legte das 4:0 auf – und wirkte danach wie ein Boxer, der den nächsten Schlag schon nicht mehr spürt. „Er hat die Mannschaft über sich selbst gestellt“, sagte Ole Werner, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte lautet: ohne Diomande wird Leipzigs Angriff halb so scharf.

Warum der april jetzt zum albtraum werden kann
Am 4. April kommt Werder Bremen, drei Tage später Champions-League-Viertelfinale, danach Dortmund. Die Physios sprechen von „mindestens zwei Wochen“, der Spielplan von maximal sieben Tagen Erholung. Leipzig hat gerade erst gelernt, ohne Xavi Simons zu leben – nun fehlt auch noch der einzige Spieler, der in der Lage ist, die gegnerische Abwehr mit einer einzigen Ballberührung in die Zange zu nehmen.
Die gute Nachricht: Keine Operation. Die schlechte: Kapseln heilen langsamer als Muskeln, und Diomandes Spiel baut auf Explosivität. Wer ihn einmal in der 68. Minute sprinten sah, weiß, dass diese Schulter nicht nur Schmerzen, sondern auch Zeit braucht. Die Frage ist nicht, ob er zurückkommt – sondern, ob Leipzig bis dahin noch oben bleibt.
