Diogo costa zerstört den vfb-traum mit gala im dragao

0:2 in Porto, 0:2 im Gesamt – und trotzdem stand da eine Mannschaft, die klatschte. Der VfB Stuttgart flog raus, aber mit erhobenem Kopf. Denn was die Schwaben in der Estadio do Dragao ablieferten, war kein Abend zum Wegschauen, sondern eine Lehrstunde darüber, wie wenig Fußball manchmal mit dem Ergebnis zu tun hat.

Diogo costa spielte eine andere liga

Der Name, der morgen in den Zeitungsstraßen stehen wird, heißt nicht Ronaldo, nicht Pepe – er heißt Diogo Costa. Der portugiesische Nationalkeeper riss den Stuttgartern allein mit den Fingerspitzen die Seele aus dem Leib. Minute 2: Chabot, Kopfball, Ecke – Costa fliegt, Ball weg. Minute 17: Führich, Hammer aus 14 Metern – Costa streckt sich, Ball weg. Minute 34: Undav, Volley in den Winkel – Costa kratzt ihn aus dem Drehwinkel, Ball weg. Drei Aktien, ein Keeper. "Der Mann war ein Ein-Mann-Abwehrriegel", sagte Atakan Karazor später, die Stimme zwischen Bewunderung und Verzweiflung.

Was dem VfB fehlte, war keine Idee, sondern ein Millimeter. Die Schwaben lieferten 21 Flanken, 17 Torschüsse, 2,3 xG – und standen trotzdem mit leeren Händen da. "Wir haben alles richtig gemacht, nur das Tor nicht gemacht", sagte Sebastian Hoeneß. Der Trainer wirkte, als hätte er gerade ein Schachspiel gewonnen, aber die Punkte gingen trotzdem an den Gegner.

Portos 1:0 fiel wie ein meteor aus heiterem himmel

Portos 1:0 fiel wie ein meteor aus heiterem himmel

Die Szene, die alles kaputtmachte, war ein Sonderfall der Physik. Borja Sainz schob den Ball von der Grundlinie, Karazor wollte klären, der Ball sprang ab, Galeno schob ein. 1:0, 34. Minute. "Wenn du das 100-mal probierst, passiert es 99-mal nicht", sagte Karazor. Aber genau dieses eine Mal passierte – und es reichte.

In der Kabine sprach Hoeneß nicht vom Aus, sondern vom Weg. "Wir sind als Mannschaft gewachsen, das spürt man", sagte er. Und tatsächlich: Wer die beiden Spiele gesehen hat, sah einen VfB, der nicht nach Europapokal-Ausguck aussah, sondern nach einer Truppe, die bald wieder in der Champions League spielen will.

Deniz Undav, gerade wieder von Nagelsmann zurück in die Nationalelf berufen, nahm den Ball unter den Arm – und den Gegner in sein Herz. "Costa ist nicht nur auf der Linie brutal, er spielt Bälle wie ein Spielmacher", schwärmte der Stürmer. "MVP der beiden Spiele, hands down."

Am Ende standen die Schwaben mit leeren Händen, aber mit vollem Stolz da. Alexander Nübel hatte 90 Minuten lang zugesehen, wie seine Vorderleute den Gegner einnetzten – und kam trotzdem zu dem Schluss: "Wir haben gezeigt, wo wir hinwollen." Die Antwort auf die Frage, wann der VfB wieder international spielt, lautet: wahrscheinlich schon im nächsten Jahr. Denn wer so spielt, fliegt nicht raus – er fliegt weiter.