Digitaler mainzer: hasskampagnen vertreiben fußballer von social media

Die digitale Anfeindung kennt im Fußball keine Grenzen. Nachdem Espanyol-Spieler Pol Lozano seine Social-Media-Kanäle nach einer Welle von Hassnachrichten stillgelegt hat, wird deutlich: Der Sport wird zur Hassschatzkammer und die Spieler zu ihren Opfern. Es ist ein besorgniserregender Trend, der sich immer wiederholt und das Bild des Fußballs trübt.

Der auslöser: ein kommentar über respekt

Lozanos Äußerung, in der er die mangelnde Professionalität einiger Barcelona-Jugendspieler nach dem Derby kritisierte, entfesselte eine Lawine an Beleidigungen und Drohungen. Seine Feststellung, dass einige Spieler „nicht den Respekt vor dem Beruf erkennen“, wurde von Teilen der Anhängerschaft des FC Barcelona als Provokation aufgefasst und mit unerträglichen persönlichen Angriffen beantwortet. Es ist erschreckend, wie schnell sich online eine Hetzjagd entwickeln kann.

Ein trauriges muster wiederholt sich

Ein trauriges muster wiederholt sich

Lozano ist kein Einzelfall. In den letzten Monaten häuften sich ähnliche Vorfälle, die zeigen, dass die digitale Anfeindung im Fußball zur Normalität geworden ist. Nico Williams vom Athletic Bilbao erlebte im vergangenen Jahr nach vergebenen Chancen im Pokalhalbfinale eine ähnliche Tirade. Sein Bruder, Iñaki Williams, zeigte damals Verständnis, doch die Erfahrung hat Spuren hinterlassen.

Auch Víctor Muñoz, damals Jugendspieler beim Real Madrid, wurde nach einem vergebenen Elfmeter im Clásico öffentlich an den Pranger gestellt. Die Schmähungen erreichten ein Ausmaß, das den jungen Spieler sichtlich belastete. Selbst Alex Baena vom Atlético Madrid sah sich gezwungen, seine Social-Media-Profile zu schließen, nachdem er nach einem enttäuschenden Auftritt in einem Copa del Rey-Spiel heftiger Kritik ausgesetzt war.

Gordofobie und familienangriffe – neue eskalationsstufen

Gordofobie und familienangriffe – neue eskalationsstufen

Die Hasskampagnen werden immer dreister. Pedro, spanischer Nationalspieler bei Lazio, deaktivierte seine Konten aufgrund von abfälligen Kommentaren über den Geburtstag seines Sohnes. Selbst Familienmitglieder werden ins Visier genommen: Lauren Fryer, die Partnerin von Arsenal-Spieler Declan Rice, wurde aufgrund ihres Aussehens mit gordofobischen Attacken überschüttet. Es ist ein alarmierendes Zeichen, wenn sich der Hass auf Kinder und Angehörige ausweitet.

Pablo Maffeo, bekanntermaßen polarisierend, schloss ebenfalls seine Social-Media-Accounts nach dem Verlust des Copa del Rey-Finales gegen den Athletic. Die Wut der madridistischen Fans richtete sich gegen ihn, was erneut die toxische Atmosphäre im digitalen Raum verdeutlicht.

Die sozialen Medien sind zu einem Nährboden für Hass und Hetze geworden. Es ist höchste Zeit, dass die Vereine, die Verbände und die Plattformbetreiber endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, um diese Entwicklung einzudämmen. Die Spieler sollten sich nicht dafür bestrafen lassen, dass sie ihre Meinung äußern oder Fehler machen.

Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass der Fußball, ein Sport, der eigentlich für Gemeinschaft und Begeisterung stehen sollte, zunehmend von negativen Einflüssen überschattet wird. Die digitale Anfeindung ist mehr als nur ein Ärgernis – sie ist eine Bedrohung für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Spieler und für das Ansehen des Fußballs insgesamt.