Die 100-century-jagd ist gelaufen – selbys letzte hürde rückt in weite ferne

Mark Selby steht vor einer Zerreißprobe. 37 Century Breaks fehlen dem viermaligen Weltmeister noch, um die 100.000-Pfund-Prämie der World Snooker Tour zu kassieren – und nur drei Turniere bleiben, um die Lücke zu schließen. Die Rechnung ist gnadenlos: Er müsste im Schnitt zwölf Centuries pro Event versenken, um die magische Marke von 100 zu erreichen.

Selby bleibt trotz crash in runde eins vorn

Die Welsh Open hätten ihm eigentlich die Bühne bieten können, doch der Titelverteidiger flog in der Auftaktrunde raus. Mit 63 Centuries führt er zwar das interne Ranking an, doch die verbleibenden Schauplätze – World Open, Tour Championship, Weltmeisterschaft – sind keine Garantie für Serie. Selby selbst schweigt zum Thema, doem Team umt ihn weiß: Jetzt zählt nur noch Tischzeit und reduzierte Fehlerquote.

Hinter ihm lauert Zhao Xintong. Der Weltmeister klebt bei 62 Centuries an seinen Fersen. Die Distanz klingt gering, ist es aber nicht. Selbst wenn Zhao alle verbliebenen Turniere gewänne, bräuchte er dafür pro Event fast 13 Centuries – ein Tempo, das selbst in seiner Traumform kaum machbar erscheint.

Chang bingyu liefert den beweis: es geht schneller als gedacht

Chang bingyu liefert den beweis: es geht schneller als gedacht

Denkwürdig bleibt der Tag, als Chang Bingyu Shaun Murphy mit 4:0 zerlegte und dabei vier Centuries in eine einzige Session packte. Ein Lehrstück dafür, wie schnell sich Statistiken verschieben können – und ein Vorbild für Selbys nötige Endspurt-Philosophie.

Die Konkurrenz dahinter ist praktisch aus dem Rennen. Neil Robertson benötigt 45 weitere Centuries, also fast eine komplette Saisonleistung in drei Wochen. Judd Trump, der die Prämie 2020 und 2023 einsackte, steht diesmal nur bei 47 und wird die magische 100 wohl nur als Zuschauer verfolgen können.

Maximum breaks jagen dagegen ihren eigenen rekord

Während die Century-Jagd verödet, fliegt die 147er-Liste Fahnenmast hoch. Schon 22 Maximum Breaks glänzen diese Saison, sieben mehr als im gesamten Vorjahr. Die rote Kugel scheint kleiner geworden zu sein – oder die Nerven der Profis stabiler. Am Ende bleibt eine ironische Wahrheit: Die Tour belohnt diesmal nicht die Ausdauer, sondern den Sprint. Und der ist für Selby, Zhao & Co. wohl zu spät gestartet.