Di salvos u21 demoliert nordirland – athen-kracher entscheidet jetzt über em-ticket
Keine Zeit verschenkt, keine Nerven offengelegt. Die deutsche U21 hat in Braunschweig binnen 90 Minuten die Qualifikation wieder auf Kurs gebracht – und sich selbst ein Denkzettel für Athen geliefert. 3:0 gegen Nordirland, zwei Treffer von Nicolò Tresoldi, ein spätes Ausrufezeichen von Nelson Weiper. Dienstag in Griechenland geht’s um alles.
Tresoldi bestraft, weiper versiegelt – athen wird zur endstation
Der Saale-Sportpark glich einem Kessel, 10.391 Fans schaukelten die U21 nach vorne. Bereits nach 11 Minuten riss Brajan Gruda die Nordire auseinander, Tresoldi nahmt den Querschläger mit, ließ sich von Torhüter Barnsley zu Fall bringen – Elfmeter, eiskalt verwandelt. Die Gäste antworteten mit langen Bällen und dem Versuch, Said El Mala per Manndeckung aus dem Spiel zu nehmen. Vergeblich. Der 19-jährige Kölner zog die Seitenlinie entlang, als wäre das grüne Gras sein persönlicher Laufsteg. Die zweite Hälfte war noch keine Minute alt, da donnerte Mert Kömür den Ball an die Latte – Atmosphäre auf Zündung.
Doch Di Salvo hatte die Partie längst im Griff. Er schickte Tom Bischof als Spielgestalter ins Zentrum, ließ die Sechser ruhig kreisen und die Nordiren laufen. Die zweite Lücke entstand aus dem Nichts: Gruda mit der halbhohen Hereingabe, Tresoldi per Kopf – 2:0, die Vorentscheidung. Weiper stellte in der Nachspielzeit den 3:0-Endstand sicher, prompt flogen die Schals. Die deutsche Bank jubelte, als wäre schon Athen gewonnen.

El mala bleibt heiß – nagelsmanns absage treibt ihn an
Die Geschichte des Abends hatte zwei Gesichter. Vorne Tresoldi, hinten Frans Krätzig, der jeden Konter im Keim erstickte. Doch der Mann, den alle anstarrten, war El Mala. Der Außenstürmer hatte sich mit drei Toren und fünf Vorlagen in die Nagelsmann-Diskussion gespielt, der Bundestrainer lehnte aber ab – zu viele Ausfälle, zu wenig Erfahrung. Di Salvo nahm ihn sofort mit nach Braunschweig, setzte ihn von Beginn an. El Mala bedankte sich mit Dribblings, die das Publikum aufstöhnen ließen. Noch keine Tore, aber die Botschaft ist klar: Er will Athen rocken.
Die Hellenen gewannen bisher alle fünf Spiele, unter anderem in Jena mit 3:2. Ein Sieg reicht der U21, um die Gruppe zu übernehmen – und direkt nach Serbien/Albanien zu reisen, wo auch die olympische Qualifikation entschieden wird. Di Salvo war nach Abpfiff kurz angebunden: „Wir haben die Hausaufgabe erledigt, jetzt holen wir uns den Gruppensieg.“ Kein Pathos, kein Schnickschnack. Eine Ansage.
Die Zahlen sprechen für Deutschland: 14:2 Tore in den letzten vier Spielen, kein Gegentor seit 252 Minuten, eine Bank, die mit Kömür, Weiper und El Mala drei Joker bietet, die jeden Gegner eiskalt treffen können. Athen wird laut, Athen wird heiß. Aber die U21 reist nicht als Jäger – sie kommt als haushoher Favorit. Dienstag, 18 Uhr, ProSieben MAXX. Festhalten, mitfiebern, mitjubeln. Wer jetzt noch zögert, verpasst den Aufbruch einer Generation.
